Eine kurze Zusammenfassung der weltweiten Tropensturmsituation.
Im Rampenlicht steht nach wie vor SANDY (Liveticker), die auf dem Weg ist, die Kategorie 2 zu erreichen. Vor allem das gravierende Absinken des Kerndrucks (zwischen 14 und 23 Uhr von 988 auf 954 mBar) gibt zu denken. Dass SANDY an oder in die Nähe der nördlichen US-Ostküste gelangen wird, ist inzwischen ziemlich wahrscheinlich. Allerdings besteht zwischen GFS und Euro ein starker Unterschied, was die Intensität anbelangt. Das National Hurricane Center folgt vorerst den GFS-Modellen und prognostiziert für Samstag eine Abschwächung zu einem Tropischen Sturm. Die Langzeitvorhersage gilt aber noch als ziemlich unsicher. Es bleibt dabei: Wahrscheinlich werden wir ab Freitag Genaueres und Zuverlässigeres zum Thema SANDY und East Coast wissen.
TONY ist noch etwa 1500 Kilometer (WSW) von den Azoren entfernt und zieht in Richtung der portugiesischen Inseln. Allerdings erwartet das NHC eine sehr baldige Transformation zu einem post-tropischen Sturm. Von daher ist es noch immer etwas schwierig zu sagen, was die Azoren erwartet.
An der Vorhersage der Zugbahn fue SON-TINH | OFEL in der Taifunsaison hat sich praktisch nichts geändert, selbst Übereinstimmung zwischen JMA und US-Instituten ist zu bewundern. Voraussichtlicher Landfall voraussichtlich am 28. Oktober zwischen Hanoi und Hue in Vietnam. Allerdings rechnet man jetzt damit, dass SON-TINH zu einem Taifun und auch bis zum oder kurz vor dem Landfall ein solcher bleiben wird.
In der Bucht von Bengalen (Nord-Indik) erleben wir gerade doch den ersten benannten Tropischen Sturm (Cyclonic Storm). Die Deep Depression wurde auf den Namen MURJAN getauft und zieht auf Somalia zu.
Die aktuellsten Erdbeben weltweit (2,5+)
Archives
Das Wort zum Donnerstag, 25. Oktober 2012
Das Wort zum Dienstag, 11. September 2012
Atlantische Hurrikansaison
LESLIE hat den Turbo gezündet und ist jetzt mit 65 km/h in Richtung Neufundland unterwegs. Seit ein paar Stunden erzeugt der Zyklon dabei anhaltende Windgeschwindigkeiten von 110 km/h, ist also fast ein Hurrikan (Update 11. September 05:50 MESZ: LESLIE ist jetzt ein Hurrikan). Etwas mehr als 500 Kilometer trennen den Kern des Wirbelsturms noch von Cape Race, die äußeren Wolkenbänder erreichen Nova Scotia und das südliche Neufundland bereits (siehe auch: Radarbild).
MICHAEL ist immer noch ein Hurrikan der Kategorie 1, wird bald degradiert werden und bedroht kein Festland.
91L ist noch nicht zum Tropischen Tief geworden, aber dies kann jeden Moment passieren. Die Modelle haben ein wenig den Zusammenhalt verloren, aber nach wie vor ist es sehr unwahrscheinlich, dass NADINE in die Karibik wandern wird.
Pazifische Hurrikansaison
System 90E - potentiell Tropensturm KRISTY - hat sich entwickelt und liegt inzwischen bei 50% Wahrscheinlichkeit, innerhalb der kommenden 48 Stunden zu einem tropischen Zyklon zu werden. Zugrichtung vorerst WNW, also weg von der mexikanischen Pazifikküste.
Taifunsaison
System 98W östlich der Philippinen nahe bei Palau ist jetzt ein Tropisches Tief, die US-Institute bezeichnen es als 17W. Momentan sieht es danach aus, als würde zumindest der Kern des kommenden Tropensturms SANBA (KAREN) die Philippinen nicht behelligen sondern ziemlich geradlinig nach Okinawa ziehen wollen, wo er am kommenden Sonntag, 16. September, als Taifun ankommen könnte. Die Intensitätsprognose sieht fuer SANBA bei Okinawa momentan etwa 170 km/h anhaltende Winde, das entspricht einem Major Hurricane der Kategorie 3.
Labels: 2012, aktuell, Das Wort zum, Karen, Kristy, Leslie, Michael, Nadine, Neufundland, Philippinen, Sanba, September
Das Wort zum Montag, 10. September 2012
LESLIE hat Bermuda verlassen und liefert nur noch ein paar Wolkenbänder über den Inseln ab. Die Sturmwarnung auf Bermuda wurde gerade deaktiviert. Jetzt geht es - momentan immer noch mit "nur" 95km/h anhaltenden Winden, allerdings jetzt immerhin mit 26 km/h Zuggeschwindigkeit auf Neufundland zu. Die Trackprognose ist in den vergangenen 24 Stunden immer weiter nach rechts (Ost) korrigiert worden, sodass der Kern des Zyklons jetzt nur noch über die extreme Ostspitze von Neufundland ziehen würde. Noch immer glaubt das NHC, dass bei Neufundland ein Hurrikan aus LESLIE werden könnte, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt immer mehr. Zwischen Montag und Dienstag würde der Wirbelsturm Neufundland passieren, voraussichtlich sehr schnell. So schnell, dass LESLIE als außertropischer Sturm oder als Sturmtief bereits zwischen Mittwoch und Donnerstag bei Island erwartet wird.
MICHAEL hat letztendlich doch ein recht langes, aber kaum beachtetes Dasein gefristet. So unscheinbar er inzwischen aussieht, erzeugt er aber doch noch Hurrikanwinde (Kategorie 1). Damit sollte es nun bald vorbei sein. Im Moment hält MICHAEL mit Zugrichtung West auf die US-Ostküste zu, wird aber bald eine Rechtsdrift vornehmen, die ihn letztendlich in Richtung NNE - NE abziehen lassen wird.
Von den 3 Bewerbern um den Namen NADINE ist nur noch einer übrig geblieben, und zwar das System 91L, mittlerweile bereits knappe 1000 Kilometer westlich der Kapverdischen Inseln. Das NHC sieht inzwischen 50% Wahrscheinlichkeit für die Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb von 48 Stunden. Die Trackmodelle gehen weiterhin nicht davon aus, dass 91L in die Karibik ziehen wird, sondern bringen das System ähnlich wie seine direkten Vorgänger nördlich an der Karibik vorbei. Auch ein Erreichen der US-Ostküste ist momentan nicht sehr wahrscheinlich. Bermuda könnte wieder zu einem Kandidaten für einen Besuch werden.
Auch der Pazifik wird jetzt wieder munter. Südlich von Mexiko und westlich von Zentralamerika hat sich ein System gebildet, dem das NHC bereits 30% Wahrscheinlichkeit für die Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb der nächsten 2 Tage gibt. Dieses System zieht momentan in Richtung WNW und wird diese Zugbahn wohl auch während der kommenden Tage beibehalten. Der nächste zu vergebende Name lautet KRISTY.
In der Taifunsaison besitzen die Systeme 98W (östlich und bereits nahe der Philippinen) und 99W (noch ein ganzes Stück östlich von Japan) laut JTWC eine mittlere Chance, in den kommenden 24 Stunden zu einem Tropischen Zyklon zu werden. Die Sturmnamen SANBA und JEWALAT (Philippinen: KAREN und LAWIN) sind in der Taifunsaison an der Reihe.
Das Wort zum Mittwoch, 5. September 2012: Atlantische Hurrikansaison aktuell
Es stürmt und windet und regnet und gewittert momentan vielerorts auf unserem Planeten, aber Tropische Stürme sind aktuell nur in der Atlantischen Hurrikansaison aktiv.
Beide befinden sich im Aufwind.
LESLIE hat den Parkgang der Automatikschaltung noch eingelegt und das wird voraussichtlich auch bis Donnerstag so bleiben. Danach aber scheint der Tropensturm geradezu katapultartig nach N - NNW - NW geschossen werden zu wollen, um dann nahe Neu Englands und Neufundlands nach rechts abzubiegen. Was auch immer auf Bermuda, an der US-Ostküste und in Neufundland passieren mag - es wird wahrscheinlich sehr schnell gehen.
Puerto Rico und die Dominikanische Republik melden die Ankunft von von LESLIE gesandten sehr hohen Wolken. "Sich sehr hoch befindenden" anstatt "sehr hoch gewachsenen". Dem entsprechend wird keine negative Beeinflussung des Wetters erwartet.
LESLIE besitzt das Potenzial, um zu erwarteten ersten Großen Hurrikan (Kategorie 3+) im Atlantik 2012 zu werden. Wir sehen hier übrigens schon wieder einen Rekord. Es geht dabei nicht um das Datum, sondern um die Anzahl der Tropischen Stürme. Noch nie seit Beginn der Vergabe von Namen für Tropische Stürme im Jahre 1950 gab es eine Atlantische Hurrikansaison, in der unter 13 benannten Stürmen (MICHAEL ist die aktuelle Nummer 13) kein einziger Major Hurricane war.
Apropos MICHAEL.
Der ist nun doch etwas mehr als eine Eintagsfliege und jetzt ist MICHAEL derjenige mit der prognostizierten Schlangenlinie als Zugbahn. Bis Donnerstag soll der Zyklon eine 45°-Rechtskurve beschreiben, zwischen Freitag und Sonntag dann dasselbe nach links. Die Modelle bringen ihn danach dann erneut nach rechts mit endgültiger grober Zugrichtung Europa. Was sich noch ändern kann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass MICHAEL zu einem Hurrikan wird, ist in den vergangenen 18 Stunden konstant gestiegen. Noch allerdings wird dieser Status nicht offiziell erwartet.
Und dann haben wir da noch einen neuen und ganz interessanten Kandidaten.
Ein Gewitterkomplex über Alabama befindet auf dem Weg nach Süden und wird aller Wahrscheinlichkeit nach in den Golf von Mexiko gelangen. Und für dieses System bestehen dort tatsächlich Chancen auf Entwicklung (das NHC gibt im Moment 10% für die Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb der nächsten 48 Stunden).
Belehren Sie uns bitte eines Besseren, wenn Sie einen anderen kennen oder finden, aber laut unserer lauen Langzeiterinnerung hat so etwas bisher nur ein Tropensturm geschafft. Allerdings ein in vielerlei Hinsicht bedeutender und geschichtsträchtiger Sturm (zum Beispiel der erste Tropensturm, bei dem das NHC Landfallprognosen ausgab).
ALICIA 1983.
1983 war übrigens auch das letzte Mal, dass es im Atlantik eine ALICIA gab, denn im Frühjahr 1984 wurde der Name von der Liste der Sturmnamen im Atlantik gestrichen.
Wir sind gespannt.
Der nächste Sturmname im Atlantik lautet NADINE.
Das Wort zum Montag, 3. September 2012
Es ist an der Zeit, wieder ein wenig zu sortieren.
In der Atlantischen Hurrikansaison verabschieden zuerst einmal KIRK, der inzwischen keine tropischen Eigenschaften mehr besitzt. KIRK war der fünfte Hurrikan der Atlantischen Hurrikansaison 2012 und hat nie wirklich Landmasse gefährdet.
LESLIE bleibt eine schwierige Kandidatin (wussten Sie eigentlich, dass Tropische Stürme in der Atlantischen und Pazifischen Hurrikansaison trotz der abwechselnd maskulinen und femininen Namensgebung offiziell als geschlechtlich neutral gelten? So müsste als Personalpronomen zum Beispiel für KIRK und LESLIE per Definition eigentlich "es" oder im Englischen "it" verwendet werden, was ehrlich gesagt ziemlich schwierig umzusetzen ist und niemand ernsthaft tut).
LESLIE hat tatsächlich wie erwartet abgeflaut und produziert momentan max. anhaltende Windgeschwindigkeiten um die 95 km/h. Dabei bewegt sie sich aber immerhin mit etwa 17 km/h in Richtung NW (315°) und entfernt sich damit von den Kleinen Antillen. Trotzdem warnt das NHC immer noch vor möglichen starken Strömungen an den Küsten der Leeward Islands, der Jungferninseln und Puerto Ricos.
Aufgrund der unsicheren Vorhersage sollten wir uns eigentlich nur auf die kommenden Tage konzentrieren, während derer LESLIE voraussichtlich Bermuda näher kommen wird. So richtig auf die Pelle rücken könnte der Zyklon den Bermudas dann am kommenden Wochenende, eventuell als Hurrikan.
Trotzdem ein Blick auf die Modelle, da wir ja doch wissen wollen, was längerfristig wahrscheinlich ist. Mit wenigen Worten: Es sieht momentan danach aus, als würde LESLIE letztendlich die Kurve nach rechts kratzen, allerdings viel näher an New England, Kanada, und Neufundland als noch vor ein paar Tagen angenommen.
Die Modelle für das System 99L sehen inzwischen ganz anders aus. Zwar bewegt sich das System noch in Richtung WSW auf die Karibik zu, aber eine baldige ausgedehnte Rechtsdrift, die 99L um 180° schwenken und Kurs NE nehmen lassen würde, ist momentan sehr wahrscheinlich. Sehr langsam wird dies außerdem passieren, sollten die jüngsten Modelle Recht behalten.
In der Pazifischen Hurrikansaison gilt ILEANA als nicht mehr existent.
Nachfolger JOHN steht aber schon bereit, denn das System 98E ist mittlerweile das Tropische Tief 10E und kann jeden Moment zum zehnten Tropischen Sturm der aktuellen Pazifischen Hurrikansaison erklärt werden. Satellitenbild und Prognosegrafik finden Sie in unserer rechten Menüleiste. JOHN sollte kein besonders langlebiger Tropensturm werden und aller Wahrscheinlichkeit wird auch er Mexiko nicht gefährden.
Die Taifunsaison wird nach einer kleinen Verschnaufpause wieder aktiv. Ganz weit im Osten des Westpazifiks befindet sich das System 93W in Entwicklung. Sollte etwas daraus werden, erfahren Sie dies natürlich bei uns.
Das Wort zum Freitag, 24. August 2012
Hinweis: Aktuelle Satellitenbilder und Vorhersagegrafiken aller aktiven Tropischen Stürme finden Sie in unserer rechten Menüleiste.
Atlantische Hurrikansaison
Tropischer Sturm ISAAC
Der Weg zur Dominikanischen Republik ist gezeichnet. Jetzt geht es darum, wie exakt ISAAC sich an die Routenplanung hält und wie stark er dabei wird. Details im: Liveticker.
Tropischer Sturm JOYCE
Joyce hat starke Anlaufschwierigkeiten. Nach relativer langer Zeit als Tropisches Tief wurde der Tropensturm bereits kurz nach seiner Ernennung wieder schwächer und unstrukturierter. Mit 65 km/h (max. anhaltende Windgeschwindigkeiten ist JOYCE mal gerade so ein Tropischer Sturm (laut den aktuellen Modellen ist JOYCE gerade nur noch ein Tropisches Tief. Mal sehen, ob das NHC gleich auf diesen Vorschlage eingeht). Die Trackprognose deutet jetzt nicht mehr so exakt auf Bermuda hin, sondern etwas östlich der Inseln. Zu einem Hurrikan sollte JOYCE nicht werden.
Update 05:00 MESZ: Das NHC folgt den Modellen. JOYCE ist momentan offiziell nur noch ein Tropisches Tief und wird diesen "Zustand" wahrscheinlich auch ein paar Tage lang beibehalten.
Ein neues System bei den Kapverdischen Inseln bekommt vom NHC momentan 20% Wahrscheinlichkeit für die Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb von 48 Stunden. Modelle liegen noch nicht vor.
Pazifische Hurrikansaison
Ein paar 100 Kilometer SSW von Guatemala sehen wir ein neues System mit gewissen Entwicklungschancen. Auch hier gibt das NHC momentan 20%.
Taifunsaison
Hier geht es richtig zur Sache. Eine Entschuldigung an alle speziell an TEMBIN oder BOLAVEN interessierten Leser, dass wir uns nicht detaillierter mit diesen Beiden befassen können. An unserem Willen liegt es nicht, sondern an unserer begrenzten zeitlichen Kapazität. Immerhin existieren im Westpazifik kompetente und gut arbeitende Vorhersageinstitute, die wir Ihnen immer wieder empfehlen.
Taifun TEMBIN | IGME
Wie befürchtet nimmt sich TEMBIN als Major Typhoon (Kategorie 3) alle Zeit der Welt über Taiwan. Und wenn Sie einen Blick auf den prognostizierten weiteren Verlauf werfen .... oh je. Bis zum 28. August!! soll sich TEMBIN in der Nähe Taiwans aufhalten, die ganze Zeit als Taifun.
Dass sich der innerste Kern des Taifuns dabei nicht mittig über Taiwan, sondern an der Südspitze befindet, ist dabei nur ein kleiner Trost.
Taifun BOLAVEN | JULIAN
Da BOLAVEN mittlerweile in den Zuständigkeitsbereich der PAGASA (Philippinen) gelangt ist, hat er ganz unbemerkt auch von dort aus einen Namen bekommen: JULIAN lautet er.
Und bei diesem Taifun - momentan auch ein Major Typhoon der Kategorie 3 - stehen die Zeichen jetzt wieder voll auf Super Typhoon.
Mehr als 220 km/h anhaltende Windgeschwindigkeiten werden für den 25. und 26. August erwartet, wenn BOLAVEN Okinawa bereits sehr nahe kommen soll.
Danach dann ist die Trackprognose näher an Korea herangerückt und bringt BOLAVEN schon über das westliche Nordkorea.
Das Wort zum Dienstag, 21. August 2012: TEMBIN, BOLAVEN und ISAAC
3 Kandidaten werden morgen besonders im Blickpunkt stehen, zwei weitere (noch) ein wenig im Hintergrund.
TEMBIN ist bereits ein Taifun der Kategorie 4! (Saffir-Simpson-Skala)
Und sein Auge liegt exakt auf der vorhergesagten Zugbahn. Wenn es dabei bleibt und die Intensitätsvorhersage nicht allzu sehr daneben liegt, bekommt Taiwan es im Prinzip ab Mittwoch, (erwarteter Landfall am Donnerstag, 23. August) mit einem Super Typhoon zu tun. Nichts anderes, als was manche Medien gern als einen Monster-Hurrikan bezeichnen.
Und auch die Intensitätsprognose für BOLAVEN wird aggressiver. Kategorie 3 am Samstag, 25. August, steht momentan zu Buche. Tendenz im Moment noch steigend. Ob auch BOLAVEN nach Taiwan ziehen wird, ist noch fraglich.
System 94L sollte, wenn das NHC gegen die aktuellen Modelle nichts einzuwenden hat, in den kommenden Stunden zu einem Tropischen Tief erklärt werden. Dann kann es ganz schnell gehen, bis wir offiziell den Tropischen Sturm ISAAC sehen. Allerdings hat 94L noch etwas mit trockener Luft zu kämpfen, die in den kommenden 2 oder 3 Tagen die Entwicklung ein wenig bremsen könnte. Das NHC gibt 90% für die Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb der kommenden 48 Stunden. Bis zu den Kleinen Antillen sind es nur noch etwas mehr als 1000 Kilometer.
Aktuell wahrscheinlichstes Szenario Zugbahn: nördliche Kleine Antillen, Puerto Rico, Hispaniola mit der Dominikanischen Republik, Kuba/Bahamas, Florida/US-Ostküste (evtl. auch in den nördlichen Golf von Mexiko). Siehe auch: Liveticker ISAAC Dominikanische Republik
System 96L SW der Kleinen Antillen jetzt 40%.
System 95L im Golf von Mexiko noch immer 30%. Hier wird viel davon abhängen, ob das System über offenem Wasser bleibt oder nicht.
Das Wort zum Mittwoch, 21. Juni 2012: Sommeranfang fast sturmfrei
CHRIS ist jetzt, wo der Sommer 2012 beginnt, der einzig verbliebene Tropische Sturm in den Tropen.
Und CHRIS ist ein "Zombie-Sturm". So jedenfalls haben ihn einige humorgeladene Experten getauft.
Grund: Er "lebt", aber er dürfte eigentlich nicht leben. Nicht dort, wo er sich befindet. Nicht über so kaltem Wasser. Ansonsten bleibt CHRIS ungefährlich für bewohntes Festland und sollte selbst sein "Zombiedasein" bald aufgeben.
GUCHOL (BUTCHOY) ist schon seit einiger Zeit kein Tropischer Sturm mehr und seine Überreste haben sich längst von Japan entfernt.
TALIM (CARINA) produziert auch keine Sturmwinde mehr und wurde gerade zu einem Tropischen Tief degradiert. Letzte Position des Kerns: nahe Taipei, Taiwan.
Allerdings ist das Tief noch mit sehr satten Niederschlägen angereichert und könnte diese während der kommenden 1 oder 2 Tage durchaus noch bis nach Japan tragen.
Das System 95E im Nordostpazifik hat inzwischen fast jede Wahrscheinlichkeit verloren, innerhalb von 48 Stunden zu einem Tropischen Sturm zu werden. Was zwar nicht ausschließt, dass die noch passieren kann, aber eine hohe Chance besteht da nicht.
Bleibt das Tiefdruckgebiet in der Karibik. Dieses zieht ganz gemütlich anscheinend eher nach W als nach NW. Etwas Konvektion ist schon über Yucatán angekommen, aber das ist noch nicht das eigentliche Tief.
Kuba, Florida, die Caymans und auch die Bahamas sind die Regionen, die momentan noch immer in erster Linie etwas von diesem System zu spüren bekommen. Das NHC gibt jetzt 30% Wahrscheinlichkeit auf Bildung eines Tropischen Zyklons innerhalb von 48 Stunden.
Das Wort zum Dienstag, 19. Juni 2012
Wir beobachten weiterhin munteres Treiben in der Taifunsaison, der Pazifischen und der Atlantischen Hurrikansaison.
GUCHOL (BUTCHOY) marschiert erwartungsgemäß schnell auf Japan zu, ist immer noch ein Taifun und wird voraussichtlich noch am heutigen Dienstag südlich von Kyoto über Land gehen und dann schnell schwächer werden ... allerdings den Status "Tropischer Sturm" wahrscheinlich nicht verlieren. Das südliche und zentrale Japan haben es schon mit ganz ordentlichen Niederschlägen zu tun, die von GUCHOL produziert werden.
TALIM kommt nun langsam in Bewegung. Bewegung in die prognostizierte Richtung NE, wo es zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland hindurch gehen sollte. TALIM hat in den vergangenen Stunden einen satten outflow in Richtung W bis WNW produziert, was zur Folge hat, dass die nördlichen Philippinen momentan mehr Niederschläge von TALIM geliefert bekommen als Hong Kong. An Vorhersage und Warnstufen hat sich bis zu diesem Zeitpunkt nichts geändert.
Und wo die Taifunsaison im Westpazifik so viel Wirbel(sturm) macht, will die Hurrikansaison anscheinend nicht ins Hintertreffen geraten. Weder die Pazifische noch die Atlantische. Das NHC hat gerade noch einmal die angenommene Wahrscheinlichkeit für beide existenten Systeme erhöht, innerhalb von 48 Stunden zu einem Tropischen Sturm zu werden.
95E (potentiell DANIEL) im Pazifik vor Mexiko liegt damit bei 70%, was zwar noch immer keine Sicherheit bedeutet, aber doch schon recht hoch ist. Das JTWC hat bzgl. 95E gerade einen Tropical Storm Formation Alert veröffentlicht. Noch besteht keine Klarheit hinsichtlich der Zugbahn des Systems, aber es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass es nach Mexiko ziehen wird.
95L (potentiell CHRIS) im Atlantik NE von Bermuda liegt mit nur 10% Wahrscheinlichkeit hinter 95E. Noch zeigt dieses System keine tropischen Charakteristiken, aber dies kann sich noch ändern. Unabhängig von der Entwicklung des Tiefdruckgebiets wird aller Wahrscheinlichkeit kein Festland bedroht werden. Die Vorhersagemodelle zeigen übereinstimmend in Richtung ENE, sprich der grobe Kurs wäre: Europa.
Das Wort zum Sonntag, 17. Juni 2012
An diesem 17. Juni 2012 ist richtig etwas los in den Tropen weltweit.
Hier ein kurzer Überblick:
Taifunsaison Westpazifik
Für Japan wird es nun langsam ernst. Supertaifun GUCHOL (BUTCHOY) wird zwischen morgen (Montag , 18. Juni 2012) und Donnerstag (21. Juni 2012) zumindest recht nahe an den Inseln entlang wandern. Immerhin sieht es momentan danach aus, als würde GUCHOL bis zum Dienstag etwa die Hälfte seiner aktuellen Intensität verlieren, womit er dann "nur noch" der Kategorie 1 zuzuordnen wäre.
System 92W südwestlich von Hong Kong nahe der Ostküste von Hainan hat ordentlich zugelegt und jetzt die Wahrscheinlichkeit als hoch, dass in 12 bis 24 Stunden ein Tropischer Zyklon aus ihm entsteht. Das JTWC hat einen Tropical Cyclone Formation Alert veröffentlicht. 92W zieht momentan in Richtung SSW, hat also Kurs auf Vietnam genommen. Im Falle der Vergabe waeren die Namen TALIM (international) und CARINA (Philippinen).
Einige Institute beobachten auch noch das System 91W, welches aber nur noch sehr geringe Chancen auf Entwicklung besitzt.
Atlantische Hurrikansaison
SSW von Bermuda hat sich ein außertropisches System mit Chancen auf Entwicklung gebildet. Sollte eine Intensivierung stattfinden, erwartet man, dass dies nur langsam passiert. Momentan ist dieses System mit Kurs NE unterwegs (also auf Bermuda zu) und sollte in den kommenden 48 Stunden langsam auf Kurs N umschwenken.
Pazifische Hurrikansaison
Direkt an der südlichen Pazifikküste Mexikos haben sich ein Tiefdruckgebiet und ein paar Überreste von CARLOTTA zusammengetan und liefern gerade ziemlich unorganisierte Niederschläge und Gewitter ab. Diese Wetterstörung besitzt in diesem Moment keine Chance auf Entwicklung.
Ein weiteres Tiefdruckgebiet, etwa 700 km WSW von Manzanillo lokalisiert, besitzt da schon eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit. Dieses System zieht aktuell in Richtung NE, sprich in Richtung Mexiko.
Labels: 2012, Das Wort zum, Juni
Das Wort zum Freitag, 15. Juni 2012: Tropischer Sturm CARLOTTA und Taifun GUCHOL (BUTCHOY)
Man sollte langsam vorbereitet sein, wenn man sich gerade in Oaxaca oder Guerrero in Mexiko befindet. CARLOTTA wird am morgigen Freitag, 15. Juni 2012 ziemlich sicher als Hurrikan in der Nähe der Küste der genannten Bundesstaaten gelangen.
siehe auch: Hinweise zum Verhalten bei Sturm oder Hurrikan am Urlaubsort
Besonders unangenehm ist der Umstand, dass CARLOTTA voraussichtlich nicht über Land gehen und sich brav zum Sterben niederlegen, sondern bis mindestens Sonntag oder Montag nahe der Küste ihr Unwesen treiben und dabei bis nach Acapulco gelangen wird.
Die Aktivierung von Hurrikanwarnung hat immer Folgen, so auch im aktuellen Fall. Notunterkünfte werden bezugsfertig gemacht, Schulunterricht abgesagt, Häfen und Flughäfen geschlossen (der Hafen von Chiapas z. Bsp. hat seine Schließung schon bekanntgegeben) und so weiter. Alles normale und vernünftige Vorsichtsmaßnahmen.
Von den Flughäfen von Acapulco und Oaxaca liegen in diesem Moment noch keine Meldungen von Beeinträchtigungen vor, aber man sollte damit rechnen, dass es von gravierenden Verspätungen einiger Flüge bis hin zur kompletten Absage von Flügen kommen kann. Sicherheit geht vor.
Wenn Sie sich vor Ort befinden, gehen Sie bitte vor allen Dingen ab sofort nicht mehr ins Meer!
Rechnen Sie ab morgen Nachmittag mit Sturmbedingungen, ab morgen Abend mit Hurrikanbedingungen.
Selbstverständlich werden wir Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden halten. Ob es morgen für einen Live-Ticker reichen wird, können wir noch nicht versprechen.
Es ist übrigens möglich, dass es ein Teil der Reste von CARLOTTA in den Golf von Mexiko (Bucht von Campeche) schaffen wird. Dort unten im Golf liegen momentan gerade prächtige Bedingungen vor, um die Bildung eines Zyklons zu fördern. Das Oberflächenwasser hat schon sehr hohe Temperaturen und die Scherwinde sind aktuell - im Gegensatz zur nördlicher gelegenen US-Ostküste - sehr schwach.
Eine Anmerkung zur Namensgebung für den Fall der Fälle: Ab sofort wird das NHC für Tropische Stürme, die aus den Resten eines anderen Tropischen Sturms in einem anderen Becken entstehen, den im jeweiligen Becken gültigen Namen vergeben. Einfacher: Wandern die Reste eines Sturms im Pazifik in den Atlantik und formen sich dort zu einem neuen Sturm, wird der Atlantikname vergeben und andersherum. In unserem aktuellen Fall wäre im Atlantik, zu dem der Golf von Mexiko gehört, CHRIS an der Reihe.
Alle Welt ging davon aus, dass Taifun GUCHOL (BUTCHOY) nun so langsam die Kurve in Richtung NW kratzen würde. Da sich Tropische Stürme aber nicht notwendigerweise daran halten, was alle Welt erwartet, zog der Zyklon in den vergangenen 12 Stunden mal eben .... nach Südwest.
Folgen fue die Philippinen werden aber - zumindest bis zu diesem Moment - nicht befürchtet, denn die Rechtsdrift sollte nun sehr bald stattfinden und die generelle prognostizierte Zugbahn würde GUCHOLs Kern nach wie vor in gehörigem Abstand an den Inseln vorbei fuehren. Allerdings geht man jetzt davon aus, dass GUCHOL zwischen dem 16. und 17. Juni die Kategorie 3 (Saffir-Simpson-Skala) erreichen könnte.
Danach dann deutet alles immer mehr auf Japan als Ziel hin, voraussichtlich nicht mehr als Taifun.
Labels: 2012, Acapulco, aktuell, Butchoy, Carlotta, Das Wort zum, Guchol, Hurrikansaison 2012, Japan, Juni, Mexiko, Oaxaca, Pazifische Hurrikansaison, Taifunsaison 2012
Das Wort zum Mittwoch, 13. Juni 2012: Aktivität in Pazifik und Atlantik steht bevor
Der Tropische Sturm 5-W hat inzwischen auch offiziell von der JMA den Namen GUCHOL bekommen, noch einmal kurz "Luft geholt" - sprich etwas nachgelassen - und befindet sich jetzt sozusagen in der Spur. Momentan noch in Richtung Philippinen unterwegs, wird nun bald der Beginn einer langsamen Rechtsdrift erwartet, die den Wirbelsturm nordöstlich an den Philippinen vorbei in grobe Richtung China bringen soll.
Bis zum 15. Juni geht man jetzt von einer stetigen Intensivierung des Zyklons aus, die ihn bis in oder nahe an die Kategorie 2 (Saffir-Simpson-Skala) führen soll, bevor es mit der Intensität wieder etwas bergab geht oder zumindest Stagnation in der Entwicklung zu beobachten sein wird.
Spätestens wenn es wichtige Neuigkeiten oder gravierende Änderungen hinsichtlich GUCHOLs zu berichten gibt, werden wir ihm einen eigenen Artikel widmen.
Auch in der Hurrikansaison - sowohl im Atlantik als auch im Pazifik - braut sich so einiges zusammen.
Im Nordostpazifik existieren 2 Tiefdruckgebiete mit Potenzial (wie bereits vor einer Woche vermutet). Dem einen (ein paar 100 km WSW von Costa Rica) gibt das NHC aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 30%, dem anderen (ein paar 100 km SSW von Acapulco, Mexiko) von 20%, innerhalb von 48 Stunden zu einem Tropischen Zyklon zu werden. Das Thema CARLOTTA bleibt also doch aktuell.
Auch hier werden wir Ihnen Genaueres berichten, sobald Informationen vorliegen.
Im Atlantik geht es um Systeme, die möglicherweise bald entstehen werden.
Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass wir am späten kommenden Wochenende oder in der nächsten Woche die vor einer Woche auch schon erwähnte Entwicklung nahe der mexikanischen Halbinsel Yucatán zu sehen bekommen. Schauen wir mal, was die neue 2-Wochen-Vorhersage des CPC dazu zu sagen haben wird.
| Grafik mögliche Tropische Aktivität Atlantik 12. Juni 2012 Credit Grafikhintergrund: Google |
Das Wort zum Mittwoch, 6. Juni 2012 - MAWAR (AMBO), 14-S (90-S), El Niño / La Niña 2012, Atlantische Hurrikansaison aktuell
Heute einmal nur in Kurzfassung die wichtigsten aktuellen Meldungen.
Das Tropische Tief 14 (System 90-S) im Südwest-Indik wird von der Meteo France auf La Reunion inzwischen als Tropischer Sturm (moderat) angesehen, während die US-Institute das System noch nicht einmal als Tropisches Tief betrachten. Ein Name wurde noch nicht vergeben. An der Vorhersage hat sich nicht viel geändert - der Sturm wird nach Westen ziehen und weder besonders stark nach besonders langlebig werden.
MAWAR (AMBO) ist kein Taifun mehr und hält seine Zugbahn parallel zu Japan. Die JMA glaubt, dass MAWAR doch etwas länger durchhalten wird als noch gestern angenommen, weshalb man den Zyklon noch nicht ganz aus den Augen verlieren sollte. Ein Landfall über Festland steht allerdings trotz einer prognostizierten baldigen Linksdrift kaum zu befürchten, da MAWAR fast schon an Japan vorbeigezogen ist und die Zugrichtung nach vollendeter Drift noch immer eher NW als NNW oder gar Nord sein wird.
(siehe auch: HQ-Satellitenfoto MAWAR 5. Juni 2012)
Ein Wort zu El Niño / La Niña. Es sieht so aus, als wäre El Niño im Kommen. Viele Experten sehen das Gesamtwettermuster dabei, ins Gleichgewicht zu kommen und La Niña für die aktuelle Saison praktisch als Vergangenheit an. DASS dies Auswirkungen auf die reale Sturmtätigkeit haben wird, daran besteht kein Zweifel, allerdings mag sich noch niemand so weit aus dem Fenster lehnen um zu prognostizieren, welche Auswirkungen exakt zu erwarten sind. Viel wird auch davon abhängen, wie stabil und intensiv sich El Niño tatsächlich präsentieren wird.
Was die Atlantische Hurrikansaison 2012 anbelangt, sollten wir an den üblicherweise bedrohten Küsten der Hurricane Alley - nicht garantiert, aber recht wahrscheinlich - noch mindestens knappe 2 Wochen lang Ruhe haben. Zwischen etwa dem 15. und 25. Juni wäre Entwicklung nahe Yucatán möglich (bisher geht es nur um die Möglichkeit, noch ist keine Rede von irgendeiner Wahrscheinlichkeit) und da man erwartet, dass sich ein Hoch über dem Osten der USA erneut aufbaut, könnte ein eventuelles Tiefdruckgebiet mit grober Zugrichtung Nord in den Golf von Mexiko wandern.
Das Wort zum Dienstag, 22. Mai 2012: Drei Tropische Zyklone
Sowohl in der Taifunsaison als auch in der Atlantischen und Pazifischen Hurrikansaison 2012 konnten wir frühzeitig Aktivität beobachten. Das ist nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches, aber eben bemerkenswert.
Im Nordostpazifik ist bereits der zweite Wirbelsturm in der Entstehung begriffen. Das Tropische Tief 2-E lässt sich doch noch etwas länger Zeit, als angenommen, aber das NHC ist ziemlich zuversichtlich, dass dieses Tief in dieser Nacht Sturmstärke erreicht und sich uns am morgigen Dienstag als BUD präsentiert. Dann soll es nicht lange dauern, bis BUD auch ein Hurrikan wird. Allerdings wurde die Intensitätsprognose bezüglich des Landfalls an der zentralen mexikanischen Pazifikküste inzwischen etwas entschärft. Man glaubt jetzt nicht mehr, dass BUD die Kategorie "Hurrikan" bis zum Landfall halten kann. Auch der Zeitpunkt der Ankunft des Zentrums BUDs wird jetzt für etwas später erwartet, nämlich für den Abend des kommenden Samstags, 26. Mai 2012.
Auf der anderen Seite des amerikanischen Kontinents im Atlantik existiert noch immer ALBERTO, allerdings sieht dieser jetzt im Satellitenbild wirklich schon sehr unscheinbar aus und wird sich wohl nicht mehr lange halten könnten. ALBERTO hat inzwischen ordentlich Geschwindigkeit aufgenommen und spätestens morgen als abgeschlossenes Kapitel des ersten Tropischen Sturms der Atlantischen Hurrikansaison 2012 in die Annalen eingehen. Das CIMSS behandelt ALBERTO übrigens seit ein paar Minuten nur noch als Tropisches Tief, dementsprechend dürfte die offizielle Bekanntgabe der Degradierung durch das NHC nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Nummer 3 im aktuellen Geschehen ist der kommende Tropische Sturm SANVU, der aber erst dann offiziell unter diesem Namen geführt werden wird, wenn sich die zuständige Japan Meteorological Agency dazu durchringen kann, diesem System seinen Status als Tropischer Sturm auch anzuerkennen. Hinsichtlich dieses Wirbelsturms gibt es seit unserem letzten Beitrag keine Neuigkeiten. Die Wahrscheinlichkeit bleibt hoch, dass er am Mittwoch, 23. Mai 2012, zu einem Taifun wird.
Das Wort zum Samstag, 18. Februar 2012: Alles bleibt anders
"ENTSPANNUNG der Situation" ist die Redewendung, die uns am geeignetsten für die momentane Situation erscheint.
Angefangen bei der Kanareninsel EL HIERRO, wo die Anzahl der Erdbeben in den vergangenen Tagen ein wenig aufmerksamkeiterregend stieg. Dieser Trend hat sich am Freitag nicht fortgesetzt.
Schauen wir uns die Entwicklung in den Tropen an.
Alter vor Schönheit:
| Satellitrnbild und erwarteter Verlauf Zyklon GIOVANNA 18. Februar 2012 Credit: CIMSS |
Stellvertretend sehen Sie links die Prognose des CIMSS. La Reunion und Mauritius wären demzufolge "aus dem Schneider". Aber viel wichtiger: Auch (der Süden von) Madagaskar würde wesentlich weniger zu spüren bekommen als noch vor 24 Stunden angenommen. Sicher ist in diesem Fall allerdings noch überhaupt nichts. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Tropische Stürme, deren Verlauf schwierig zu prognostizieren ist, bis zu ihrer Auflösung schwierig und sehr unsicher vorherzusagende Kandidaten bleiben.
Damit kommen wir zum Tropischen Sturm 13S (noch immer potentiell Zyklon HILWA).
| Satellitenbild TC/TS 13S 18. Februar 2012 Credit: CIMSS |
Und die Vorhersage des Verlaufs ab Montag, 20. Februar 2012, noch weiter in Richtung Süden. Es sieht also danach aus, als würde der Idealfall (Mauritius und La Reunion von Sturmschäden verschont, aber jede Menge willkommener Regen geliefert) nicht eintreten.
Dennoch sollten Mauritius und La Reunion die weitere Entwicklung von TS 13S nicht ganz aus den Augen verlieren. Wie der Titel dieses Artikels schon vermuten lässt: Es könnte alles anders bleiben und schon morgen wieder alles ganz anders aussehen.
Bleibt das Tiefdruckgebiet im Südchinesichen Meer.
Sollte man glauben.
Zu einem Tropischen Sturm sollte es (mal gerade so) werden.
In Richtung Vietnam sollte es ziehen.
Naja, Sie ahnen schon: Auch hier kam alles anders.
Die Angelegenheit gilt als aufgelöst.
Das Wort zur Weihnachtswoche 2011
WASHI (SENDONG) ist kein Sturm mehr. Das System 27W wurde zu einem Tropischen Tief herabgestuft und befindet sich vor dem südlichen Vietnam, wo es sich voraussichtlich auflösen wird. Die Überreste WASHIs sollen nun nicht mehr wie noch gestern erwartet in Richtung SW nach Singapur ziehen.
Die Lage auf der Kanareninsel EL HIERRO hat sich in den vergangenen Tagen etwas beruhigt. Momentan werden praktisch keine Erdbeben mehr aufgezeichnet und auch der Tremor des Vulkans wird ziemlich konstant niedrig gemessen. Die Live-Webcam von TV Canaria sendet seit ein paar Tagen keine Bilder mehr.
Marsrover CURIOSITY fliegt bislang problemlos seinen Kurs in Richtung des Roten Planeten. Immer kommenden Jahr wird es dann wieder spannend, wenn die direkte Annäherung und die Landung bevorstehen.
Die russische Marssonde PHOBOS-GRUNT hingegen ist wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Die Fachleute für Wiedereintritt und Absturz unkontrollierter Weltraumobjekte gehen momentan vom Januar 2012 als Absturzzeitpunkt aus. Also sehr bald.
Und wie steht es um die Sturm-und-Orkan-Situation in Deutschland?
Die Vorhersagemodelle lassen auf auf eine zwar nicht wind- aber doch sturmfreie Woche hoffen. Es ist kein Ansatz eines Orkans zu erkennen.
Labels: Das Wort zum
Das Wort zum Mittwoch, 9. November 2011
Es ist eine ganze Menge los in dieser zweiten Novemberwoche, selbst wenn wir die Themen, die nicht direkt etwas mit Sturm, Hurrikan oder Taifun zu tun haben, beiseite lassen.
An sich viel los ist bei SEAN zwar immer noch nicht, aber er sollte bald in Bewegung kommen. Achtung auf den Bermudas.
Der Sturm in der Beringsee, der gerade erst richtig beginnt, auf Alaska "einprügeln", ist ein richtiges Monster. Flugtechnisch geht schon lange nichts mehr. Im Prinzip muss man sich das Ganze tatsächlich wie die Ankunft eines Hurrikans vorstellen. Da ist für morgen so einiges an Schadensmeldungen zu erwarten.
Der Sturm im Mittelmeer - welche der offiziellen Namensgebungen man auch immer bevorzugen mag - ist wahrscheinlich kein (Wirbel-) Sturm im Sinne der Definitionsreiter mehr. Weder tropisch noch subtropisch noch sonst irgendwie. Wenn Sie in Europa dieses Wort zum Mittwoch gleich nach dem Aufstehen lesen und dann zu den aktuellen europäischen Wetter-Nachrichten wechseln, werden Sie höchstwahrscheinlich von Wind und Regen hören oder lesen, der eine ziemlich gewaltige Zone beeinflusst. Denn das System schleudert noch immer weiträumig. Aber das sind voraussichtlich die "letzten Zuckungen" Rolfs - um einen richtigen Namen anstatt eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern zu benutzen.
Schwieriger wird es bei den Prognosen des Tiefs bei Oman. Wenn sich die zuständigen Institutionen gegenseitig widersprechen, kann man eigentlich auch fast darauf verzichten und einfach abwarten, was passiert. Das System schwankt zwischen Tropischem Sturm und Tief - erneut egal, wie man es nun bezeichnen mag.
Und noch schlimmer wird es bei dem Schlechtwettergebiet im Westpazifik bei Vietnam und Hainan. Das kasperte in den vergangenen 36 Stunden von links nach rechts und von oben nach unten und im Moment hat es sich irgendwie ganz versteckt.
Warten wir einfach ab, was der neue Tag bringt.
Damit wünschen wir Ihnen einen Guten Morgen und uns selbst eine Gute Nacht.
Labels: 2011, Das Wort zum, November
Das Wort zum Dienstag, 11. Oktober 2011, kann nur Hurrikan JOVA gewidmet sein
Satellitenbild Hurrikan JOVA vom 10. Oktober 2011 abends
Credit: CIMSS
Hurrikan JOVA beginnt, langsam aber sicher abzubauen.
Position: 17.4N 106.0W
Entfernung: 255 KM SW von Manzanillo
Max. anhaltende Winde: 195 KM/H
Bewegung: NNE bei 11 KM/H
Min. Zentraldruck 960 mBar
Das Auge geschlossen, die maximalen Windgeschwindigkeiten sinken und der minimale Zentraldruck steigt: Kein Zweifel, JOVA beginnt nachzulassen. Dies ist aber nur in der Hinsicht ein Grund zu leichtem Aufatmen, als dass gute Chancen bestanden, dass JOVA noch die Kategorie 4 erreichen würde.
JOVA ist nach wie vor ein starker Hurrikan!
Die Vorhersage der Zugbahn wurde minimal nach links verlagert, was Konsequenzen hat, auf die wir gleich eingehen werden.Position, Vorhersage Verlauf und Warnstufen Hurrikan JOVA vom 10. Oktober 2011 abends
Credit: NOAA / Google
Die mexikanische Regierung hat die "Sturmbeobachtung" nördlich von Cabo Corrientes in "Sturmwarnung" umgewandelt und sie etwas ausgedehnt.
Damit gelten jetzt:
Hurrikanwarnung: von Punta San Telmo bis Cabo Corrientes
Sturmwarnung: von Lázaro Cárdenas bis Punta San Telmo und von Cabo Corrientes bis El Roblito
Was sind nun die Konsequenzen der Korrektur der Zugbahn?
Sollte JOVA diesen vorhergesagten Verlauf tatsächlich einhalten - und es nicht wirklich große Zweifel, dass sie das tun wird - dann werden zwei Dinge Einfluss nehmen, die den bald zu erwartenden Todeskampf des Zyklons verlangsamen werden.
Zum einen wird sich ein Teil des Wirbelsturm noch über sehr warmem Wasser bewegen, was ihm immer noch eine kleine Energiequelle bieten wird.
Wenn Sie uns folgenden Vergleich erlauben: Nehmen Sie an, JOVA ist Ihre Videokamera. In den vergangenen Tagen hatten Sie sie dauerhaft ans Stromnetz angeschlossen (= warmes Wasser nahe der Pazifikküste). Jetzt haben Sie den Stecker gezogen und der Akku wird - die Kamera ist im Dauerbetrieb - genau noch so lange halten, bis er seine gespeicherte Energie aufgebraucht hat. Ohne die Chance, erneut aufgeladen zu werden (= JOVA geht komplett über Landmasse). Oder aber Sie finden doch die Möglichkeit, den Akku für 5 Minuten pro Stunde ans Netz zu klemmen (= JOVA bleibt zum Teil über Wasser). Der Prozess der kompletten Entladung wird verzögert bzw. verlangsamt.
Satellitenbild JOVA vom 10. Oktober 2011 abends
Credit: NASA/NOAA-Goes-Projekt
Gleichzeitig - und das ist das "andererseits" - wird JOVA nicht frontal im 90°-Winkel auf die Sierra Madre krachen, sondern möglicherweise schön parallel zu ihr ihren Weg an der westmexikanischen Küste entlang nach oben (Norden) ziehen.
"Fire, Water, Earth, Air"
Sie kennen dieses von Dan Brown fue seine "Illuminati" entwickelte Symbol bzw. Ambigramm? Welches der Vier Elemente halten Sie für das stabilste?
Feuer interessiert uns hier im Moment nicht. Wir haben es mit Erde, Wind und Wasser zu tun. Wasser bricht zwar Stein, aber das dauert Tausende von Jahren. Der eigentliche Kampf findet in unserem Fall zwischen Erde und Wind statt. Und wenn die Erde sich topographisch gesehen gerade eher als Mauer (Sierra Madre) darstellt, dann hat Wind (betrachten wir JOVA der Einfachheit halber einmal nur als solchen) nicht die geringste Chance. Das komplexe System eines Sturms oder Hurrikans "zerschellt" zwar nicht wie es ein Bierglas tun würde, wenn es frontal auf eine Bergkette "kracht", aber es wird arg durcheinandergebracht und verwirbelt. Die wichtige Struktur der Rotation / Zirkulation wird unterbrochen. Der Sturm stirbt.
Satellitenbild Hurrikan JOVA vom 10. Oktober 2011 abends
Credit: CIMSS
So gesehen steht es bei Erde gegen Wind dann zwar 1:0, aber es bleibt immer noch das Wasser. Als Kondens in halb gasförmigem Aggregatzustand in den Wolken begierig darauf brennend, zum Ursprung seines Kreislaufs zurückzukehren. Oder zum Endpunkt, bevor das Band von vorn zu laufen beginnt. Ansichtssache. Henne oder Ei.
Zu JOVA zurückkehrend - (Stormchaser Mike Theiss [Ultimate Chase] meldet nach 5 Stunden Autofahrt von Guadalajara gerade seine Ankunft an der Küste) - bedeutet dies im Fazit, dass die gesamte Region von Manzanillo an bis hoch nach Mazatlán in Sinaloa etwas abbekommen wird.
"Abbekommen" im negativen Sinne. Denn auch wir hier in Aguascalientes - zentraler geht es kaum in Mexiko - haben bereits heute etwas von JOVA abbekommen. Leider viel mehr dunkle Wolken als richtiger Regen. Den wir dringend benötigen.
Damit verabschieden wir uns für heute.
Alle 6 Daumen drückend und in der Hoffnung, bzgl. JOVA ausreichend informiert zu haben.
Links:
Live Webcams Puerto Vallarta
Video Track Loop Animation JOVA bis heute
HQ Foto JOVA vom 10. Oktober 2011
Hinweise zum Verhalten vor, während und nach dem Durchzug JOVAs
Das Wort zum Mittwoch, 5. Oktober 2011 - Die anscheinende Ruhe täuscht
Es wird - verglichen mit den letzten Wochen - ab sofort ganz bestimmt ruhiger werden, wenn wir von Stürmen, Hurrikans, Taifunen etc. reden. Aber es ist noch nicht vorbei. Weder im Atlantik noch im Pazifik und auch nicht im nicht ganz so sturmgeplagten Indischen Ozean (auf den wir auch ein "Auge werfen", seitdem wir uns entschieden haben, neben dem Atlantik und Nordostpazifik auch den Westpazifik bzw. Ostasien hier zu behandeln).
Beginnen wir mit dem Atlantik und Nordostpazifik:
Satellitenbild Atlantik vom 5. Oktober 2011
Credit: NOAA
- OPHELIA ist nun klar zu einer Europäerin geworden. Wenn es bei Ihnen in Deutschland regnet, wenn Sie gleich aufstehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass OPHELIA ihren Anteil daran hat. (Voraussichtlich ist dies unser letzter "aktuell"-Kommentar zu OPHELIA.)
- Vor und an der westafrikanischen Küste mangelt es nicht an Tiefdruckgebieten. Wir haben einmal gelernt, >>> warum Tropische Tiefs oder Stürme fast immer von Afrika nach Westen ziehen. Jetzt müssen wir lernen, warum Tiefdruckgebiete vor Westafrika ungefähr ab Anfang Oktober nicht mehr nach Westen ziehen. Besser noch, warum Tiefdruckgebiete vor Westafrika ungefähr ab Anfang Oktober kaum noch eine Chance auf Entwicklung haben. Das Schlüsselwort ist "Scherwinde" bzw. "Windscherung".
Scherwinde wirken auf die Entwicklung (oder das Überleben) von Tiefdruckgebieten oder Tropischen Stürmen in etwa so wie die von Dieter Bohlen produzierte Musik auf ein Hardcore-Death-Metal-Konzert. (Diese Aussage soll nicht etwa unseren Musikgeschmack, sondern vielmehr einen Kontrast darstellen.)
Wenn Sie sich den Weg bzw. Verlauf der +September-Stürme der vergangenen 100 Jahre ansehen, werden Sie - Ausnahmen bestätigen die Regel - feststellen, dass man dies tatsächlich als Regel ansehen kann.
- PHILIPPE wird vielleicht zu einem Hurrikan, vielleicht auch nicht. So richtig interessiert das niemanden, weil alles, was PHILIPPE so anstellen wird, in bzw. über festlandfreiem Ozeangebiet passieren wird. Den letzten (sicherlich zu Recht) besorgten Zweiflern sei versichert, dass PHILIPPE begonnen hat, die erwartete Rechtskurve zu kratzen. Zwischen Freitag und Samstag dieser Woche wird PHILIPPE zwar auf Höhe (Breitengrad) der Bermudas sein, aber circa 1000 Kilometer östlich (Längengrad) der Inseln.
- Dann ist da noch der Nordostpazifik. Ja, es brodelt ein klein wenig. Aber bedeutungslos. Was da ein klein wenig brodelt, hat zuerst einmal kaum eine Chance auf Entwicklung. Außerdem befindet es sich schon jetzt weit von der mexikanischen Westküste entfernt. Und wenn sich da wider Erwarten doch noch etwas entwickeln sollte, wird diese Entwicklung weit hinaus in den offenen Pazifik getrieben werden.
Zeit, uns die gegenüberliegende Seite des Pazifiks anzusehen:
Satellitenbild Pazifik vom 5. Oktober 2011
Credit: NOAA
- Da gab es in Vietnam die große Angst vor NALGAE. Immerhin hat Vietnam ja ein wenig von NESAT abbekommen. Man muss sich in Vietnam kaum noch Sorgen wegen NALGAE machen. Die Philippinen haben das Gros des Wirbelsturms abgefangen. NALGAE ist eigentlich nicht mehr existent, obwohl er offiziell noch als Tropisches Tief angesehen wird.
- In diesem Moment ist im Westpazifik kein Nachfolger von NESAT oder NALGAE in Sicht. Das auf dem Bild gekennzeichnete System besitzt nur geringe Chancen, zu einem Sturm zu werden. Trotzdem muss erwähnt werden, dass sich im Westpazifik noch jederzeit ein neues System bilden kann, welches zu einer Gefahr für diese oder jene Region werden könnte.
Damit kommen wir zum Indik:
Satellitenbild Indischer Ozean vom 5. Oktober 2011
Credit: NOAA
Dort befindet sich nicht allzu weit von der afrikanischen Ostküste ein System, aus dem etwas werden könnte. Sollte etwas daraus werden, können Sie bei uns erfahren, was. Und was es vorhat. Und wohin es ziehen wird. Und welchen Namen es bekommt. Und ......




