Hurrikan, Taifun oder Zyklon? - Klassifizierung und Bezeichnung Tropischer Wirbelsturm international und weltweit

Mittwoch, 1. Februar 2012

Immer wieder konfrontieren wir Sie mit verschiedenen Namen für letztendlich ein und dieselbe Sache. Eine Sache, deren grundsätzliche Bezeichnung allein auf Deutsch schon variiert: Tropischer Sturm, Tropensturm und Tropischer Wirbelsturm sind nur die geläufigsten Begriffe für das Wetterphänomen, mit dem wir uns hier in erster Linie befassen.

Die Ursache für die Verwendung der verschiedenen Begriffe liegt schlichtweg darin begründet, dass man bisher weltweit keine einheitliche Namensgebung für Tropische Wirbelstürme gefunden hat, sondern ganz im Gegenteil jedes einzelne jeweils verantwortliche Vorhersageinstitut seine eigene Bezeichnung für einen Wirbelsturm dieser oder jener Stärke benutzt.

Daher möchten wir Sie an dieser Stelle einmal darüber aufklären, was denn nun eigentlich die einzelnen Begriffe bedeuten, wer sie wo benutzt und welcher Kategorie sie entsprechen. Folgend stellen wir Ihnen nach Region geordnet die Bezeichnungen für Tropische Stürme vor. Die dazugehörigen Windgeschwindigkeiten - nach der die Klassifizierung stattfindet - entnehmen Sie bitte der ab sofort zu Ihrer Verfügung stehenden Liste ganz unten auf unserer Seite.

Atlantik und Nordostpazifik (NHC der NOAA)

  • Tropische Depression (Tropical Depression)
  • Tropischer Sturm (Tropical Storm)
  • Hurrikan Kategorie 1-2 (Hurricane)
  • Großer Hurrikan Kategorie 3-5 (Major Hurricane)
Die Hurrikan-Kategorien basieren auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Wind-Skala .



Nordwestpazifik (JTWC = US-Bezeichnung)

  • Tropische Depression (Tropical Depression)
  • Tropischer Sturm (Tropical Storm)
  • Taifun (Typhoon)
  • Supertaifun (Super Typhoon)


Nordwestpazifik (JMA = Japan Meteorological Agency = offizieller Begriff)

  • Tropische Depression (Tropical Depression)
  • Tropischer Sturm (Tropical Storm)
  • Schwerer / Starker Tropischer Sturm (Severe Tropical Storm)
  • Taifun (Typhoon)


Südwestpazifik (FMS = Fiji Meteorological Service)

  • Tropische Depression (Tropical Depression)
  • Tropischer Zyklon Kategorie 1-2 (Tropical Cyclone)
  • Schwerer / Starker Tropischer Zyklon Kategorie 3-5 (Severe tropical Cyclone)


Australien (BoM = Bureau of Meteorology)

  • Tropisches Tief (Tropical Low)
  • Tropischer Zyklon Kategorie 1-2 (Tropical Cyclone)
  • Schwerer / Starker Tropischer Zyklon Kategorie 3-5 (Severe tropical Cyclone)


Südwestlicher Indischer Ozean (MF = Meteo France auf La Reunion)

  • Tropische Störung (Tropical Disturbance)
  • Tropische Depression (Tropical Depression)
  • Mäßiger Tropischer Sturm (Moderate Tropical Storm)
  • Schwerer / Starker Tropischer Sturm (Severe Tropical Storm)
  • Tropischer Zyklon (Tropical Cyclone)
  • Starker Tropischer Zyklon (Intense Tropical Cyclone)
  • Sehr starker Tropischer Zyklon (Very intense Tropical Cyclone)


Nördlicher Indischer Ozean (IMD = India Meteorological Department)

Depression (Depression)
Tiefe Depression (Deep Depression)
Zyklonischer Sturm (Cyclonic Storm)
Schwerer / starker Zyklonischer Sturm (Severe Cyclonic Storm)
Sehr starker Zyklonischer Sturm (Very Severe Cyclonic Storm)
Zyklonischer Supersturm (Super Cyclonic Storm)

Unruhe im Südpazifik zum Monatswechsel Januar / Februar 2012

Dienstag, 31. Januar 2012

Unruhe im Südpazifik, Pazifik, aktuell, Satellitenbild Satellitenbilder, Januar, Februar, 2012, Australische Zyklonsaison,
Satellitenbild Südpazifik 31. Januar 2012
Credit: JTWC
Im südlichen Pazifik braut sich momentan einiges zusammen. Eine langgezogene Wetterstörung birgt gleich mehrere Unruheherde in sich.

Angefangen bei einem Tiefdruckgebiet, welches sich an der Küste von Nordaustralien ziemlich exakt an der Grenze zwischen dem Northern Territory und Queensland befindet. Dieses besitzt noch eine nur geringe Chance auf kurzfristige Bildung eines Zyklons.

Praktisch von Papua Neuguinea über die Salomonen und Vanuatu bis nach Fidschi sehen wir ein großes Schlechtwettergebiet, innerhalb dessen ein Tief zwischen den Salomonen und Vanuatu bereits eine mittlere Wahrscheinlichkeit besitzt, in Kürze ein Tropischer Sturm zu werden. Die US-Beobachter bezeichnen dieses System als 91P.

Zyklon IGGY erreicht Australien wahrscheinlich nicht mehr als starker Sturm

Zyklon IGGY erreicht Australien wahrscheinlich nicht mehr als starker Sturm, Januar, Februar, Iggy, Australien, Australische Zyklonsaison, aktuell, 2012, Satellitenbild Satellitenbilder, Vorhersage Forecast Prognose, Verlauf, Zugbahn
Satellitenbild und erwarteter Verlauf IGGY
31. Januar 2012
Credit: CIMSS
Nachdem IGGY nun ein paar Tage lang als Hurrikan Distanz zu Australien gehalten hat, sind jetzt deutliche Anzeichen von Abschwächung erkennen.

BoM, JTWC und CIMSS sind sich zwar einig darin, dass IGGY voraussichtlich doch noch auf den Kontinent zusteuern wird (momentan deutet alles auf die Region um Geraldton hin), aber genauso einig ist man sich, dass IGGY dort - wenn überhaupt - nur noch als Tropisches Tief ankommen wird.

Dementsprechend liegt in diesem Moment keine Sturmwarnung vor und es ist unwahrscheinlich, dass IGGY 2012 noch einmal eine solche provozieren wird.

Atlantische Hurrikansaison 2012: Vorhersage / Prognose / Vorschau von Prof. Mark Saunders & Dr. Adam Lea

Sonntag, 29. Januar 2012

Neben Dr. William Gray und Philip J. Klotzbach von der Colorado State University gelten auch Professor Mark Saunders und Dr. Adam Lea von "Tropical Storm Risk" (TSR) mit Sitz im Dept. of Space and Climate Physics des University College London (UCL) als anerkannte Experten fue die Langzeitprognose der Atlantischen Hurrikansaison.

Da die Herren Gray und Klotzbach zu dem Entschluss gekommen sind, ab sofort nicht mehr die Anzahl der zu erwartenden Stürme im Atlantik zu veröffentlichen (siehe auch: Atlantische Hurrikansaison 2012: Vorhersage / Prognose / Vorschau von Dr. William M. Gray und Philip J. Klotzbach), wollen wir Ihnen die Vorhersage der Atlantischen Hurrikansaison 2012 durch Professor Saunders und Dr. Lea nicht vorenthalten.  

Zwei Faktoren geben die Herren aus London als wichtigste Basis für ihre Vorschau an:

  • die Geschwindigkeit der Trade-Winde in der Karibik und dem Nordatlantik zwischen Juli und September
  • die Wassertemperaturen an der Oberfläche des Nordatlantiks von August bis September
Als Ergebnis erwartet man 2012 im Atlantik eine Sturmaktivität, die 15% über dem Jahresdurchschnitt 1950 - 2011, aber 15% unter der aktuellen 10-Jahres-Norm 2002 - 2011 liegt.

In Zahlen ausgedrückt sieht die Prognose wie folgt aus:

TROPISCHE STÜRME: 14,1
HURRIKANS: 6,7
MAJOR HURRICANES: 3,3

Quelle: Extended Range Forecast for Atlantic Hurricane Activity in 2012

 
 
 

Gelistet

Leser