Die angegebenen Fehlerquoten der Vorhersagen der weltweit anerkanntesten Experten hinsichtlich des Wiedereintritts und Absturzes der russischen Weltraumsonde PHOBOS-GRUNT schrumpfen heute von (gestern noch) relativ vielen Stunden auf Minutenwerte. Als wichtigsten Prognosen zusammengefasst betrachtet, sollte der Satellit, der momentan nur noch eine Höhe von 126,9 km (aktuelle Umlaufbahn: 123x140km) hält, zwischen etwa 16:00 und 22:30 Uhr in die Erdatmosphäre eintreten.
Davon ausgehend, dass diese Zeitangabe eintreffen wird, sind nun eine ganze Menge Regionen "aus dem Schneider", in erster Linie Nordamerika, Süd- und Westafrika:
Credit: Aerospace
Für Südamerika, Europa, Asien und Australien hingegen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Territorium von den Resten des Satelliten "besucht" werden.
Am 12. Januar hat die ESA einen Artikel ( >>> Originalbericht) veröffentlicht, der sich mit Erkenntnissen des agenturübergreifenden Weltraumschrott-Komitee IADC befasst. Demnach sollte GRUNT größtenteils in der Erdatmosphäre verglühen und vor allem
die mit unsymmetrischen Dimethylhydrazin (UDMH) gefüllten Treibstofftanks oberhalb einer Höhe von 100 Kilometer bersten, den Treibstoff freisetzen und danach zum Großteil verglühen.
Außerdem wird Prof. Heiner Klinkrad, Leiter des ESA-Büros für Weltraumschrott, wie folgt zitiert:
Dies, zusammen mit einem relativ niedrigen Leergewicht von nur 2,5 Tonnen, bedeutet, dass das von Phobos-Grunt ausgehende Risiko als gering eingestuft wird. Roskosmos geht davon aus, dass im schlimmsten Fall 20 bis 30 Fragmente die Erdoberfläche erreichen werden. Die Gesamtmasse der Trümmer beträgt dabei weniger als 200 kg.
Ein weiteres Zitat aus der Publikation der ESA möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:
Seit Anbeginn der Raumfahrt gibt es keinen bestätigten Bericht über Personenschäden durch wiedereingetretene Weltraumtrümmer.
In wenigen Stunden wissen wir vielleicht schon Genaueres. Sollte die Sonde allerdings ins Meer stürzen, ist es genausogut möglich, dass wir nie Genaueres erfahren werden.
Die russische Marssonde PHOBOS-GRUNT befindet sich unmittelbar vor ihrem Wiedereintritt und Absturz (unkontrolliert) auf die Erde. Die meisten der Experten erwarten, dass dies am Abend (UTC) des morgigen Sonntags (15. Januar 2012) passiert.
Wie gewöhnlich beruht das Gros der momentan verbreiteten Informationen, die mit dem Absturz einhergehen, auf reiner Spekulation. Der für viele Leute wichtigste Punkt - der Absturzort - ist dabei wie immer unmöglich vorherzusagen (für den Fall, dass Sie in irgendwelchen Medien diesbezügliche Angaben gelesen haben sollten).
Was man allerdings mit jeder vergehenden Stunde immer exakter prognostizieren kann, sind die Orte, Regionen oder Länder, auf deren Territorium PHOBOS-GRUNT nicht fallen wird. In der Grafik laut Aerospace stellt sich dies zum Beispiel wie folgt dar:
Credit: Aerospace
Wir sehen, dass Deutschland als Absturzstelle durchaus "noch Chancen hat".
Was genau passieren wird, wenn der Satellit wieder in die Erdatmosphäre eintritt und abstürzt, darüber wird im Moment eifrig diskutiert. "Überlebt" PHOBOS-GRUNT den Absturz möglicherweise unversehrt? Besteht als Folge noch Hoffnung, dass das an Bord befindliche LIFExperiment eventuell nicht verloren geht? Ist der Satellit gar schwimmfähig?
Von ihrer Politik des Schweigens nicht abweichend, ist von der russischen "Roskosmos" - der Betreiberagentur der Sonde - so gut wie nichts zu erfahren, was zur Aufklärung beitragen könnte.
Über den Teilen unseres Planeten, die gerade im Dunkeln liegen, wenn GRUNT sie überfliegt, ist der Satellit mittlerweile zu sehen. Gerade in diesem Moment gehen neue Sichtmeldungen aus Australien ein.
Wo sich PHOBOS-GRUNT gerade genau befindet, sehen Sie unter anderem beim Live-Tracking von Heavens Above:
Credit: Heavens Above
Und so bleibt uns einmal mehr nicht viel anderes übrig als abzuwarten.
Wie die ESA gerade berichtet, stellt die Europäische Weltraumorganisation heute mit Bedauern und in Absprache mit der russischen PHOBOS-GRUNT-Missionsleitung ihre Unterstützung des Projekts formal ein. Die Hilfestellung der ESA bestand in erster Linie in der Bereitstellung ihrer Boden-Tracking-Stationen in Perth (Australien) und Maspalomas (Kanaren, Spanien).
Seit dem 24. November ist es nicht mehr gelungen, Kontakt mit der Sonde aufzunehmen, welche seit ihrem Start in einer erdnahen Umlaufbahn "feststeckt". Der letzte Versuch von Perth aus fand am 1. Dezember statt, in Maspalomas hat man es am heutigen 2. Dezember ein letztes Mal versucht.
Die ESA betont aber auch:
Im Falle einer Änderung der Sachlage, stehen ESA-Teams zur Verfügung die Situation neu zu bewerten.
Man geht davon aus, dass in den kommenden Tagen das nächste große Stück "Weltraumschrott" unkontrolliert zurück auf die Erde kommt. Diesmal handelt es sich um den russischen Militärkommunikationssatelliten 52 der Serie Molnija 3.
Die momentane Vorhersage für den Wiedereintritt und Absturz erwartet den Satelliten am 5. Dezember 2011 plus/minus 3 Tage zurück, also im Prinzip zwischen morgen (Freitag, 2. Dezember) und dem kommenden Donnerstag (8. Dezember).
Wo sich der Satellit in Relation zur Erdoberfläche gerade befindet, erfahren wir wie immer von Heavens Above:
Orbit in Relation zur Erde Molnija 3-52
Credit: Heavens Above
Der letzte Kontakt mit der russischen Marssonde PHOBOS-GRUNT fand am vergangenen Donnerstag, dem 24. November 2011, statt. In dem Fall war es die Station des russischen Weltraumbahnhofs Baikonur selbst, die mit dem Satelliten kommunizieren konnte.
Die Bodenstation der ESA im australischen Perth unternahm am Wochenende keine Versuche, PHOBOS-GRUNT zu erreichen, da sie mit den Vorbereitungen einer anderen Mission befasst war.
In der heutigen Nacht wird es zwischen 18:21 und 03:47 Uhr wieder 5 Möglichkeiten geben, den Satelliten zu kontaktieren, von denen 4 aufgrund der Bedingungen (Orientierung und Sonnenlicht) vielversprechend aussehen.
Die russischen Techniker haben die ESA mit einer Reihe von Kommandos versorgt, die man dem Satelliten in den kommenden Stunden zu senden versuchen wird. Das Hauptanliegen dieser Kommandos besteht darin, GRUNT "aufzufordern", seine Triebwerke zu zünden und in einen höheren Orbit zu "boosten".
Hintergrund ist die Hoffnung, viel besser mit der Sonde kommunizieren zu können, wenn sie etwas weiter entfernt von der Erde ihre Kreise zieht. Momentan sind die Zeitfenster, in denen überhaupt nur die Möglichkeit besteht, Grunt zu kontaktieren, mit etwa 7 Minuten sehr kurz.
Laut ESA werden die russischen Verantwortlichen morgen über Erfolg oder Misserfolg des Versuchs berichten. Wann die Zündung der Triebwerke stattfinden soll, wurde nicht bekanntgegeben.
Wir mussten nicht lange warten, um offizielle Details hinsichtlich des in vergangenen Nacht hergestellten Kontaktes der ESA mit dem russischen Satelliten PHOBOS-GRUNT zu erfahren. Besser noch, der Bericht kommt in deutscher Sprache und von der ESA selbst:
Im Artikel werden nun endlich auch einige Vermutungen von Beobachtern direkt oder indirekt bestätigt. So zum Beispiel der Umstand, dass es der niedrige Orbit ist, der den Technikern so gewaltige Schwierigkeiten bereitet.
Ein weiterer Punkt, den wir selbst wegen spekulativer Gründe bisher nicht angesprochen haben, besteht in der Energiesituation der Sonde. Es wurde vermutet, dass Grunt nur dann über elektrische Energie verfügt, wenn er sich auf der Sonnenseite der Erde befindet, wo seine Sonnensegel ihn mit elektrischem Strom versorgen können. Da die Batterien an Bord angeblich nur eine sehr geringe Speicherkapazität besitzen (Grunt war nicht dafür konzipiert, sich lange in einer Umlaufbahn zu befinden, die ihn konstant dem Erdschatten aussetzen würde), glauben viele Fachleute, dass der Satellit auf der Schattenseite der Erde praktisch energielos ist. Und ohne Bordenergie ist es unmöglich, in Kommunikation mit den Bodenstationen zu treten, die er in jenem Moment überfliegt.
Für heute Abend besteht neue Hoffnung, denn zwischen 21.21 und 21.28 Uhr MEZ und zwischen 22.53 und 23.03 Uhr MEZ werden sich neue Kommunikationsfenster für die ESA-Bodenstation in Perth öffnen.
Nach nunmehr 14 Tagen seit dem Start hat es am Dienstag (22. November) Abend um 20:25 Uhr UT einen ersten Kontakt mit dem von vielen Experten bereits verloren geglaubten Satelliten Phobos-Grunt gegeben, berichtet die ESA.
Die Spekulationen in Internetportalen hinsichtlich der Konsequenzen dieser freudigen Überraschung ufern gerade etwas aus. Wir erhoffen uns mehr verlässliche News und Nachrichten im Laufe dieses Tage.
Heute wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Stufe 2 der Zenit-Trägerrakete, die den russischen Satelliten Phobos-Grunt in die Erdumlaufbahn brachte, auf unseren Planet zurückkehren. Wann und wo genau, ist wie bei allen unkontrolliert auf die Erde fallenden Objekten aus dem All unmöglich prognostizierbar.
Mission gescheitert
Den Satelliten selbst betreffend ist die Frage nach dem Startfenster aufgetaucht, welches sich gestern geschlossen hat. Als Reaktion darauf musste Roskosmos offiziell die Ziele der russischen Marsmission aufgeben. Bei dieser Angabe handelt es sich um die Erfüllung der kompletten Mission. Phobos-Grunt wäre theoretisch noch immer in der Lage, zum Mars zu gelangen, wenn die Techniker in der Lage wären, in Kürze Kontakt mit der Sonde aufzunehmen. Aber Phobos-Grunt wäre seit gestern nicht mehr in der Lage, auch mit den Bodenproben vom Marsmond Phobos zur Erde zurückzukehren, welches das primäre Ziel des Projekts war.
Kontamination durch giftigen Treibstoff
Da es den russischen Technikern nach wie vor nicht gelungen ist, Kontakt mit Phobos-Grunt herzustellen, bekommt die Diskussion um die Gefahr einer Kontaminierung auf der Erde durch den giftigen nicht verbrauchten Treibstoff an Bord des Satelliten neue Dimensionen. Vor allem das Hydrazine, welches sich in gefrorenem Zustand befindet, bereitet vielen Fachleuten Sorgen. Diese durchsichtige Flüssigkeit kommt unter anderem in Pestiziden zur Anwendung und kann laut der U.S. Environmental Protection Agency bei akutem Ausgesetztsein die menschliche Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem schädigen.
Vladimir Popovkin, Chef bei Roskosmos, spielt das Risiko herunter und behauptet, dass der Treibstoff während des immer wahrscheinlicher werdenden baldigen Wiedereintritt und Absturz höchstwahrscheinlich explodieren und somit nicht auf die Erde gelangen würde.
Möglicher Abschuss des Satelliten
Um jeglichem Risiko aus dem Weg zu gehen, besteht die Option, den Satelliten noch hoch über der Erdoberfläche abzuschießen. China gelang dies 2007 mit einem nicht funktionierenden Wettersatelliten und die USA (Navy) zerstörten 2008 einen nicht operierbaren Spion-Satelliten mit einer Standard Missile-3. Übrigens offiziell mit dem Ziel, den Tank voll Hydrazine zu vernichten.
US-Experten halten die Wahrscheinlichkeit, Phobos-Grunt auf diesem Weg erfolgreich unschädlich machen zu können, für gering, was sie vor allem mit dem tiefen Orbit und der Kürze der Zeit begründen. Obwohl Russland anscheinend seit kurzem ein funktionierendes Air-and-Space-Command zur Verteidigung des Landes gegen Raketen und Satelliten besitzt, kommt der Faktor des zu wahrenden Gesichts hinzu. Man stelle sich vor, es würde Russland nicht gelingen, seinen eigenen Satelliten "vom Himmel zu holen".
Die Ziele der russischen Marsmission Phobos-Grunt mussten nun offiziell aufgegeben werden, da sich das Startfenster (der Zeitraum, in dem es möglich war, den Satelliten auf den Weg zum Mars zu bringen, wenn er am Boden geblieben wäre) heute, am 21. November 2011, geschlossen hat.
Während sich offizielle Quellen weiterhin äußert bedeckt halten, wird vor allem in russischen Medien der "Russische Fluch", der auf dem Bemühen Russlands, eine Untersuchung des Mars erfolgreich voranzutreiben, zu lasten scheint, diskutiert.
Das Webportal Russian Space Web berichtet unter Bezug auf Quellen im Space Research Institue IKI und einem der Partner der Website (Namen werden wie gewöhnlich nicht genannt), dass die Projekte Verena-D, Luna-Resurs und Luna-Glob, die alle 3 auf der für Phobos-Grunt entwickelten Hardware basieren, zumindest für den Moment weiter auf Kurs gehalten werden und bisher (Stand 20. November 2011) keine Entscheidung bezüglich eines Abbruchs getroffen wurde.
Über das weitere Schicksal von Phobos-Grunt und einen immer wahrscheinlicher werdenden Wiedereintritt und Absturz in naher Zukunft werden wir berichten, sobald verlässliche Informationen vorliegen.
Foto Landekapsel Shenzou-8 am Boden
Credit: Xiuhanet.com
Die Kapsel des Shenzou-8-Raumfahrzeugs ist erfolgreich in der autonomen nordchinesischen Region Innere Mongolei gelandet. Das ist übrigens gar nicht so weit von den Geheimnisvollen Strukturen und Symbolen in der Gobi entfernt ..... falls noch jemand eine ganz neue Theorie erstellen möchte.
Etwas überraschend stellen uns die Chinesen von der gelandeten Kapsel zur Verfügung:
Spärlich und nicht sehr aussagekräftig sind die offiziellen Statements der russischen Verantwortlichen in Bezug auf den aktuellen Stand der Dinge bei PHOBOS-GRUNT, dessen Aufgabe es ist, Bodenproben vom Marsmond "Phobos" einzusammeln und zur Erde zu transportieren (geplante Heimkehr 2014).
Sehr weit ist der Satellit nach seinem erfolgreichen Start vor einer Woche bisher nicht gereist. Man ist sich mittlerweile einig, dass 2 notwendige Zündungen des Antriebs des Satelliten nicht stattgefunden haben. Die erste, um die Sonde in einen weit höheren Orbit zu befördern. Die zweite, um sie endgültig auf Kurs in Richtung Mars zu bringen. PHOBOS-GRUNT steckt seit wenigen Stunden nach dem Start in einer tiefen, erdnahen Umlaufbahn fest.
Der Satellit wird beobachtet, aber bisher haben die russischen Techniker keinen Kontakt mit ihm bestätigen können. Die russische Weltraumbehörde Roskosmos wird mittlerweile von der NASA und der ESA unterstützt, was zu einem wichtigen Teil in der Bereitstellung von Kommunikations- und anderen technischen Installationen zum Ausdruck kommt, aber da PHOBOS-GRUNT inklusive der vorgesehenen russischen Kommunikationsstationen dahingehend konzipiert werden, sich sehr weit weg von der Erde "miteinander zu unterhalten", gestaltet sich die Kontaktaufnahme sehr schwierig. Die Zeitspanne, in der diese momentan überhaupt nur möglich wäre, wird mit jeweils nur 3 - 7 Minuten pro Vorbeiflug angegeben.
Damit sind die halbwegs glaubwürdigen Fakten eigentlich schon erschöpft. Alles weitere, was dieser Tage in verschiedenen Medien und Portalen zu lesen ist, fällt in den Bereich der Spekulation.
Wird der Satellit bei einem möglichen Wiedereintritt und Absturz komplett in der Athmosphaere vergluehen und verbrennen? Gilt dies auch für den hochgiftigen Treibstoff, von dem PHOBOS-GRUNT circa 10 Tonnen an Bord hatte und kaum etwas verbraucht wurde? Sollte der Satellit abgeschossen werden? Falls ja, wer sollte dies tun? (Täten es die Russen selbst, käme dies einem Eingestehen des eigenen Scheiterns gleich. Nicht auszudenken, wenn dann der Abschuss auch noch daneben gehen sollte. Andere Nationen könnten Bedenken haben, mehr vom Entwicklungsstand ihrer ASAT's aka Anti-Satelliten-Waffen preiszugeben, als ihnen lieb ist. Auch eine potenzielle Gefahr für die International Space Station ISS wird diskutiert.)
Um derlei Dinge dreht sich momentan ein großer Teil des internationalen Informationsaustausches in Internetforen etc. Was nicht verwundert, denn wo harte Fakten auf Sparflamme gekocht werden, blüht die Phantasie auf.
Momentan sorgt allerdings ein weiterer Fakt für Gesprächsstoff. Periodisch werden "mysteriöse" leichte Boosts beobachtet, die den Satelliten jeweils in einen etwas höheren Orbit transportieren. Eine spekulative aber durchaus logische Erklärung ist, dass die kleinen Korrekturtriebwerke (thrusters) regelmäßig aktiviert werden.
Die große Frage lautet: Warum tun sie das? Versucht PHOBOS-GRUNT, sich selbst zu retten?
Wie üblich ist von der russischen Seite nicht viel zu erfahren, wobei "nicht viel" wie eine gnadenlose Übertreibung klingt, wenn man bedenkt, dass sie die Boosts bisher noch nicht einmal offiziell bestätigt hat.
Noch eine der besten russischen Quellen ist Igor Lisov, Kolumnist der "News of Cosmonautics" bei Ria Novosti. Leider muss Igor sich oft damit begnügen, mit Informationen zu arbeiten, deren exakte Herkunft er nicht nennen darf.
Dementsprechend spricht Igor von "einer Quelle in der Weltraumindustrie", die erklärt habe, dass die Sonde ihren Orbit ab und zu selbst korrigiere.
Das sieht Dr. David Warmflash anders.
Dr. Warmflash ist der führende Wissenschaftler des US-Teams des Planetary Society's LIFExperiments , welches sich an Bord von PHOBOS-GRUNT befindet.
Dr. Warmflash stellt die Frage: "Korrigiert ihren Orbit? Bedeutet das, dass die Sonde weiß, wo sie sich befindet?" und antwortet selbst: "Wahrscheinlich nicht."
Eine eindeutige Erklärung hat auch Dr. Warmflash nicht parat, aber zumindest eine mögliche Ursache.
Roskosmos geht davon aus, dass GRUNT nach den nicht stattgefundenen Zündungen in "Safe Mode" umgeschaltet hat, in dem er schlichtweg auf Anweisungen wartet. Bisher hat Roskosmos nicht bestätigt, ob im "Safe Mode" Aktivitäten des Satelliten enthalten sind, die eine Selbstkorrektur der Umlaufbahn anhand einer Orientierung an der Sonne auslösen, um einen potenziellen Absturz zu verhindern oder hinauszuzögern. Aber es ist vorstellbar, dass solche Mechanismen existieren. Etwas schwieriger vorstellbar erscheint es uns, dass diese "Boosts" in die korrekte Richtung einfach nur auf irgendeiner Art von Glück beruhen.
Festzustellen bleibt der Umstand, dass die russischen Techniker mehr Zeit bekommen werden, um Kontakt mit PHOBOS-GRUNT aufzunehmen, sollten die Boosts kontinuierlich weiter erfolgen. Und wenn Kontakt aufgenommen werden kann, ist alles möglich. Denn noch scheint selbst eine etwas verspätete, aber erfolgreiche Mission nicht ganz undenkbar zu sein.
Bleiben die Kommunikationsversuche erfolglos, wird PHOBOS-GRUNT irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft unkontrolliert zur Erde zurückkehren.
Immer mehr Beobachter der Phobos-Grunt-Mission kommen momentan zu der Erkenntnis, dass das Projekt zum momentanen Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht war, um realisiert zu werden. Fehlende Tests, schwerwiegende technische Probleme, Missmanagement und unnoetiger politischer Druck duerften mitverantwortlich dafuer sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das 165-Millionen-Dollar-Unternehmen zu einem kompletten Misserfolg wird, nun mit jedem Tag steigen (was selbst bei der russischen Nachrichtenagentur Interfax zu lesen ist). Dass sich die russischen Verantwortlichen auch jetzt in der Krise sehr bedeckt halten, macht die Sache nicht besser.
Gelungen ist bisher nur der Start der Sonde. Das Erreichen des Hauptziels und schwierigsten Teils der Mission, Phobos-Grunt mit Bodenproben vom Marsmond "Phobos" unversehrt wieder nach Hause zu lotsen, scheint in weite Ferne gerueckt.
Die Versuche der letzten Nacht, Kontakt mit dem Satelliten aufzunehmen, sind nach aktuellem Stand der Bekanntmachungen saemtlich gescheitert.
Dementsprechend befassen sich immer mehr offizielle und nicht ganz so offizielle Prognostiker mit dem Thema des möglichen Wiedereintritts und Absturzes der Sonde für den Fall, dass man sie nicht auf den Weg kriegen sollte. NORAD bzw. das US Strategic Command hält momentan noch am 26. November 2011 als wahrscheinliches Absturzdatum fest, andere qualifizierte Prognostiker hingegen sagen den Absturz teilweise bis weit in den Dezember hinein voraus.
Aus Russland werden Quellen mit diesen und jenen Angaben zitiert. Leider handelt es sich dabei aber fast ausschließlich um ungenannte Quellen.
Die potenziell vom Absturz des Satelliten betroffene Zone wurde mittlerweile minimal reduziert. Anstatt vom 52. nördlichen bis zum 52. südlichen Breitengrad ist jetzt die Rede von 51,4° Nord bis 51,4° Süd, was unter anderem immer noch einen großen Teil von Deutschland beinhaltet.
Die giftigen noch fast vollständig an Bord befindlichen Treibstoffe (unsymmetrische Dimethylhydrazine und Nitrogen Tetroxide) - es handelt sich sogar um 10 Tonnen und nicht "nur" 7 - sollten nach jüngsten Angaben zumindest zum größten Teil während des möglichen Wiedereintritts in die Erdatmosphäre verbrennen. Trotzdem geht man aufgrund der Größeße und Bauart des Satelliten davon aus, dass überlebende Teile auf die Erde stürzen würden. Vor allem die für den Transport der Bodenproben vorgesehene Kapsel ist fue eine extrem harte Landung konzipiert worden und dürfte komplett auf der Erdoberfläche ankommen.
Neu ans Tageslicht gedrungen ist die Erkenntnis, dass die Onboard-Operationen während des Transits des Satelliten vom Anfangs-Park-Orbit bis hin zum Transfer-Orbit so angelegt wurden, dass sie ausschließlich von der automatisierten Kontrolle an Bord des Raumfahrzeugs vorgenommen werden (anstatt eine Zwei-Weg-Kommunikation mit Bodenstationen zu ermöglichen). Dies macht die derzeitigen Versuche, das Spacecraft unter Kontrolle zu bekommen, nicht einfacher.
Ausgebildete Beobachter haben Phobos-Grunt im Laufe des heutigen Tages gesichtet und berichten immerhin von einem stabilden Eindruck, den der Satellit mache. Es ist keine Rede von wildem Trudeln oder unkontrolliertem Flugverhalten.
Die Probleme des russischen Satelliten, der eigentlich auf dem Weg zum Mars, genauer gesagt zum Marsmond "Phobos", sein sollte, sind noch nicht gelöst. Mehr noch, die Ursachen wurden noch nicht einmal definitiv erkannt.
Immerhin ist mittlerweile bekannt, wo sich der Satellit befindet und was passiert ist.
Das eigene Triebwerk der Sonde zündete kurz nach dem erfolgreichen Start im russischen Raumfahrtzentrum Baikonur zwei Impulse nicht, die notwendig gewesen wären, um Phobos-Grunt auf Kurs zum Mars zu bringen. Folge: Der Satellit steckt jetzt in einer niedrigen Umlaufbahn um die Erde fest.
Die große und bisher nicht beantwortete Frage ist nun, ob die nicht stattgefundenen Zündungen auf das Konto der Software oder der Hardware des Satelliten gehen. Sollte die Software der Marsmission der russischen Weltraumbehörde "Roskosmos" einen Streich gespielt haben, besteht noch Hoffnung, denn wenn Kontakt mit der Sonde hergestellt werden könnte (was man gerade eifrig versucht), könnten die Zündungen inklusive aller notwendigen Daten-Updates eventuell neu programmiert werden. Hierfür hätten die Techniker außerdem etwas mehr Zeit als ursprünglich angenommen. In der ersten Hektik wurden 3 Tage als Zeitrahmen genannt. Da Phobos-Grunt momentan aber "nur" mit etwa 2 Kilometern pro Orbit fällt, bleibt voraussichtlich eine längere Periode für Diagnose und potenzielle Problemlösung.
Die European Space Agency (ESA) wird ihren russischen Kollegen ab sofort aktiv zur Seite stehen.
Sollte sich allerdings ein Hardwarefehler als Auslöser des Problems herauskristallisieren, dann steht es schlecht um die erste russische interplanetarische Mission seit 15 Jahren. Denn ein Hardwareproblem kann definitiv nicht ferngesteuert behoben werden und noch sind wir nicht in der Lage, ein Reparaturteam oder einen unbemannten Reparaturroboter zu einem Satelliten in der Erdumlaufbahn zu schicken.
In diesem Fall würde Phobos-Grunt in nicht allzu ferner Zukunft zurück auf seinen Heimatplaneten stürzen. Ungesteuert und unkontrolliert.
Irgendwo zwischen 52. Breitengrad Nord (Berlin = 52,31) und 52. Breitengrad Süd .
Was bedeutet, dass die meisten dicht besiedelten Gebiete der Erde potenziell vom Satelliten getroffen werden könnten.
Die ersten Schätzungen des US Strategic Command erwarten laut vz.ru momentan den 26. November als Absturzdatum, sollte Phobos-Grunt unerreichbar bleiben.
Jeden Tag fallen kleinere oder größere Stücke Weltraumschrotts auf unseren Planeten, ohne dass wir es mitbekommen. Sogar bei ausgedienten Satelliten wissen selbst die mit den modernsten Hilfsmitteln ausgestatten verantwortlichen Behörden oftmals nicht, wo genau sie auf die Erde gestürzt sind.
Im Unterschied zu den normalen ausgedienten Satelliten, die unkontrolliert zur Erde zurückkommen, besteht bei Phobos-Grunt ein Extraproblem: 7 Tonnen extrem giftiger Treibstoff, der für die lange Mission vorgesehen ist. (Wir ziehen das optimistische "ist" dem pessimistischen "war" vor.)
Grund genug, dass Phobos-Grunt von einigen Beobachtern bereits als "Most Toxic Falling Satellite"
bezeichnet wird.
Wir bleiben dran am Schicksal des Satelliten und der Mission.
Die dritte Phase des Galileo-Projekts ist gerade erfolgreich angelaufen. Die Sojus-Fregat ist mit den beiden Galileo-IOV-Satelliten (In Orbit Validation IOV) vom europäischen Weltraumzentrum in Französisch-Guayana ins All gestartet. Erste Fotos vom Start finden Sie, wenn Sie auf das Bild oben klicken.
Auch die Galileo-Satelliten werden irgendwann wieder auf die Erde zurückkehren (siehe aktuell: Liveticker Wiedereintritt und Absturz ROSAT), was aber noch sehr lange dauern wird. Das "Mindesthaltbarkeitsdatum" wird mit 12 Jahren angegeben. Dabei geht es aber um die Funktionstüchtigkeit, nicht um die Dauer des Aufenthalts im Orbit.
Abschlusskommentar DLR:
Der deutsche Forschungssatellit ROSAT ist am 23. Oktober 2011 um 3.50 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (1.50 Uhr UTC) über dem Golf von Bengalen wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Ob Teile die Erdoberfläche erreicht haben, ist nicht bekannt. Die Bestimmung des Wiedereintrittsortes erfolgte auf Basis und nach Auswertung der von den internationalen Partnern, insbesondere den USA, zur Verfügung gestellten Daten.
ROSAT am 20. Oktober 2011
Credit: DLR
angenommene Absturzstelle und Zeitpunkt laut Harro Zimmer:
23 October,01:56 UTC +/- 09 minutes ascending
21.33°N, 100.32°E over Northern Thailand
23. Oktober 2011 (Ab sofort Ticker-Stil ohne Bilder - alle Zeiten MESZ (deutsche Zeit), wenn nicht anders deklariert)
[10:00] Wenn Sie sich fragen: "Wo genau ist ROSAT auf die Erde gefallen?"
Dann warten Sie bitte nicht auf eine exakte Antwort. Die wird es wahrscheinlich nicht geben. ROSATs Reste sind aller Wahrscheinlichkeit nach östlich von Sri Lanka ins Meer gefallen. Wo sie niemand jemals finden wird, und wo niemand den Absturz auch nur annähernd gesehen oder gar fotografiert oder gefilmt haben könnte.
Was immer Sie momentan im Internet an Information finden - zweifeln Sie, so gut Sie können.
Sobald es eine offizielle Mitteilung beim DLR gibt, werden wir von glaubhaften Informationen reden können.
Momentan:
"Am Sonntag 23. Oktober 2011 in der Zeit zwischen 3.45 Uhr und 4.15 Uhr MESZ (1.45 - 2.15 UTC) ist der deutsche Satellit ROSAT wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Eine Bestätigung, dass Teile die Erdoberfläche erreicht haben, liegt gegenwärtig nicht vor."
[09:00] Wahrscheinlichkeiten ± 7 Minuten:
[06:45] Es wird jetzt etwas dauern Sie werden weiterhin ... oder vielleicht jetzt mehr denn je ... Berichte, Fotos, und Videos im www finden, die den angeblichen Absturz des ROSAT live zeigen. Die meisten dieser was-auch-immer-Dingens sind nichts anderes als FAKE. Noch ist nicht so wirklich klar, wo genau ROSATs Trümmer abgestürzt sind.
[06:15] DLR englisch: On Sunday, 23 October 2011, between 1:45 UTC (3:45 CEST) and 2:15 UTC (4:15 CEST) the german ROentgen SATellite ROSAT has re-entered Earth's atmosphere. There is currently no confirmation if pieces of debris have reached Earth's surface.
[06:02] Offizielle Bestätigung abwarten
Liebe Leser!
Selbst die "Veranstalter" wissen in diesem Moment noch nichts Genaues.
Das ist mehr als normal.
Wir müssen jetzt gemeinsam auf offizielle Bestätigungen warten.
[06:00] Still confusing
ROSAT ist anscheinend gelandet. Je weniger Info, desto besser. Unscheinbare Landung bedeutet: Alles normal, nichts passiert.
[05:50]
Verlangen Sie nicht zu viel....
Im Moment weiß niemand so richtig, was los ist ....
Solange Sie hier noch mitlesen, hat es Sie wahrscheinlich nicht getroffen ....
[05:45] Und da sind wir wieder:
Es sieht so aus, als ob .....
[00:50] Immer mehr Meer
Ostasien und Südamerika sind die Festland-Punkte, die ROSAT jetzt besuchen wird.
[04:30] Es scheint loszugehen
Anzeichen: 180 km Höhe
[03:20] Update DLR:
Prognostizierter Wiedereintritt ROSAT: 02:30 bis 05:30 Uhr
Auf Grundlage der aktuellen Daten wird ROSAT nicht über Europa, Afrika und Australien wiedereintreten.
[03:05] Generell:
Das kann noch ein paar Stunden so gehen .... genauso wie es jeden Moment erledigt sein kann. Sollten Sie noch anwesend sein, bedanken wir uns für Ihr Vertrauen.
[01:40] Hinweis:
Es existieren momentan bereits jede Menge Videos, Fotos, Berichte usw., die "bezeugen", dass ROSAT schon am Boden ist. Lassen Sie sich davon bitte nicht verwirren. Ein großes Thema erzeugt immer Unmengen an Fake.
[01:30] Position relativ zur Erde: ROSAT marschiert gerade erneut über Kanada. Diesmal schon viel tiefer, eigentlich geht es über die USA. Das ist relativ langweilig, oder?
Es wird so weitergehen, bis eben wirklich der Orbit nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Wahrscheinlich wird dies bald passieren.
[00:45] Position relativ zur Erde:
ROSAT wird sich gleich wieder über ... stimmt gar nicht, diesmal geht es schon knapp links (Landkarte) dran vorbei .... Australien befinden. Höhe immer noch Wahrscheinlichkeit für ein paar weitere Erdumrundungen anzeigend.
[00:15] Position relativ zur Erde:
ROSAT "schrammt" gerade rechts an Brasilien vorbei.
Jetzt wird es etwas weiter weg südlich um Afrika herumgehen.
Höhe immer noch relativ konstant, oder andersherum gesagt - noch kein Absturz.
[00:00 - 5min] Aktuelle Prognose Zeitpunkt Absturz ROSAT Space Track:
Ganz nah dran an der des DLR:
23. Oktober 04:31 Uhr ± 3 Stunden
Wenn Sie bislang mit unserer Berichterstattung zufrieden sind, würden wir uns freuen, wenn Sie zwischen zwei ticks auf unsere Seite verlinken würden. Per Forum, Website, Blog, Facebook, Twitter ...... Dank vorab!
[00:00 - 15 min] Position:
3/4 des Wegs von Australien nach Kanada sind zurückgelegt.
Höhe wird gehalten.
[00:00 - 45 min] Position ROSAT:
Über Australien
Funny:
I've got a trampoline in my garden, if a piece of ROSAT lands on it, will it bounce back up into orbit?
[00:00 - 1h:15min] Aktueller Orbit relativ zur Erde:
Momentane Position: westlich von Afrika
Weg: südlich an Afrika vorbei - über Australien nach Kanada.
[00:00 - 1h:20min] Höhe ROSAT:
165,8 km
[00:00 - 1h:30min] Update DLR:
Aktuelle ROSAT-Wiedereintrittsprognose: Zwischen Sonntag, 23.10.2011, ca. 1.30 MESZ und 07.00 Uhr MESZ. Auf Grundlage der aktuellen Daten wird ROSAT nicht über Europa wiedereintreten. (HK).
[00:00 - 2 Stunden] Aerospace Corp.
Aktualisierung Absturzzeitpunkt ROSAT:
Sonntag, 23. Oktober um 13:12 MESZ ± 10 Stunden Grafik mögliche Absturzzonen
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22. Oktober 2011
22. Oktober 22:00 Uhr MESZ Update Prognose DLR
Der ROSAT-Wiedereintritt wird im Zeitraum Samstag, 22.10.2011, ca. 22.30 Uhr UTC (Sonntag, 23.10.2011, 00.30 Uhr MESZ) und Sonntag, 23.10.2011, ca. 12:00 Uhr UTC (14.00 Uhr MESZ) erwartet.
22. Oktober 18:00 Uhr MESZ Update Prognose Zeitpunkt Absturz ROSAT laut USSTRATCOM
23. Oktober um 04:34 Uhr MESZ +/- 7 Stunden
Auf dieser Vorhersage basierend, wäre Deutschland aus dem Rennen:
Ted Molczanbei satobs.org hat die aktualisierte Zusammenfassung der vier wichtigsten Prognosen bezüglich der Frage "Wann stürzt ROSAT ab?" bekanntgegeben, von deren Beantwortung auch die Antwort auf die Frage "Wo stürzt ROSAT ab?" betroffen ist.
Verändert hat sich nicht viel, besonders nicht hinsichtlich des einzukalkulierenden Fehlers (+/-), dementsprechend können immer noch nicht viele Orte beziehungsweise Länder oder Regionen als Absturzstelle ausgeschlossen werden.
Credit: Ted Molczan / Satobs
Die aktuellen Prognosen:
USSTRATCOM (space-track.org): 23. Oktober um 03:31 MESZ, +/- 14 Stunden
HARRO ZIMMER (satobs.org): 23. Oktober um 07:33 MESZ +/- 6 Stunden
TED MOLCZAN (satobs.org): 23. Oktober gegen 07:00 MESZ +/- 5 Stunden
AEROSPACE CORP.: (unverändert) 23. Oktober um 15:24 MESZ +/- 16 Stunden
Das DLR in Deutschland hat seine Prognose zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktualisiert.
Es gilt also weiterhin: zwischen 20 Uhr MESZ am heutigen Samstag, 22. Oktober und 14 Uhr MESZ am morgigen Sonntag, 23. Oktober.
22. Oktober 15:00 Uhr MESZ Foto ROSAT am Himmel sichtbar
Gestern Abend (Freitag, 21. Oktober) gelang es David Harvey, ROSAT am Nachthimmel sichtbar zu fotografieren. Klicken Sie auf das Bild, um zu einer größeren Version zu gelangen:
Credit: David Harvey / Spaceweather
22. Oktober 05:00 Uhr MESZ Ab heute Abend kann es passieren
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es im ROSAT-interessierten Blogger- und Internetweltraum sehr still geworden ist und auch noch eine Weile bleiben wird. Die Beobachter in Europa schlafen noch, die Beobachter in Amerika tun es gleich, gerade oder haben es bereits getan. Neue Informationen oder Prognosen gibt es nicht zu vermelden.
Die Fakten sollten mittlerweile soweit klar sein. Worauf wir jetzt warten, sind Informationen über ein Absinken des Satelliten. Im Laufe des heutigen Samstags sollte man - wenn ROSAT nicht sogar schon herunterkommt - den Zeitpunkt des Wiedereintritts und Absturzes bis auf wenige +/- 5 Stunden genau vorhersagen können. In einem Zeitfenster von insgesamt 10 Stunden umkreist ROSAT etwa 6-mal unseren Planeten. Dementsprechend wird man - wenn überhaupt - erst im letzten Moment sagen können, wo ungefähr die Trümmer landen werden.
Laut den Schätzungen des DLR ist ab heute Abend 20 Uhr MESZ mit dem Absturz zu rechnen.
Der ROSAT-Wiedereintritt wird im Zeitraum Samstag, 22.10.2011, ca. 18.00 Uhr UTC (20.00 Uhr MESZ) und Sonntag, 23.10.2011, ca. 12:00 Uhr UTC (14.00 Uhr MESZ) erwartet.
- 21. Oktober
Update Prognose Zeitpunkt Absturz ROSAT:
USSTRATCOM:
23. Oktober, 05:49 UT +/- 24 Stunden
(Position ROSAT wäre: 50.5°S, 271.5°E über dem Südpazifik).
HARRO ZIMMER:
23. Oktober, 05:33 UT +/- 06 Stunden
(Position ROSAT wäre 01.97°S, 210.49°E über dem Pazifik).
- 21. Oktober
Video ROSAT am Himmel zu sehen von Derek C. Breit.
Lassen Sie sich nicht von den Wacklern verwirren, gegen Ende des Videos beruhigt sich die ganze Sache etwas. Bedenken Sie, dass Rosat mit einer sehr hohen Geschwindigkeit unterwegs ist, weshalb man dieses Video als eine kleine Meisterleistung ansehen muss. Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zum Video:
Aktualisierter Zeitpunkt Wiedereintritt ROSAT laut Aerospace Corporation:
23. Oktober 2011 um 13:24 UTC / 15:24 MESZ ± 16 Stunden
- 20. Oktober
Wo können Trümmer von ROSAT auf die Erde fallen?
Diese Frage kann immer noch niemand beantworten. Aber je näher der Zeitpunkt des Absturzes rückt, desto genauer kann er prognostiziert werden. Und wenn der Absturzzeitpunkt bekannt ist, kann man auch ungefähr sagen, wo Trümmer landen werden. Andersherum funktioniert es noch viel besser: Je näher der Zeitpunkt des Wiedereintritts rückt, desto mehr potenzielle Absturzstellen kann man ausschließen. Angefangen bei Kontinent über Land bis hin zu Stadt.
± 6 Stunden als Fehlerpotenzial der Vorhersage des Absturzzeitpunktes zugrunde gelegt, können ROSATs Trümmer überall dort niedergehen, wo eine gelbe oder blaue Linie zu sehen ist. Auch Deutschland liegt also noch im Bereich der Möglichkeiten:
Image Credit: Aerospace Corporation
- 20. Oktober
Die Impaktmodelle
deuten aktuell auf Sonntag, den 23. Oktober zwischen 10:30 und 13:30 MESZ als Zeitpunkt des Absturzes hin, wobei die einzukalkulierende Fehlerquote noch relativ hoch ist (deshalb lautet die Prognose des DLR weiterhin: 22. oder 23. Oktober):
Image Credit: Ted Molczan / statobs.org
- 20. Oktober:
Man erwartet, dass ROSAT am Samstag, 22. Oktober oder am Sonntag, 23. Oktober 2011 nach Hause kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Teile der Trümmer auf Deutschland fallen, wird mit 1:580 angegeben.
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Das DLR hat die Daten bezüglich des Absturzes von ROSAT aktualisiert.
Man erwartet jetzt, dass der Satellit am 22. oder 23. Oktober 2011 (Samstag oder Sonntag) wieder in die Atmosphäre eintritt, zum Teil verglüht und einige seiner Trümmer - der schwerste von ihnen mit etwa 1,6 Tonnen Gewicht - auf die Erde fallen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass einige dieser Trümmer auf Deutschland treffen, wird jetzt mit 1:580 angegeben (vorher 1:700). Das entspricht einer Chance von 0,00172... Prozent.
Gerade eben hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Zeitspanne, in der der in Deutschland hergestellte, ehemals betriebene und überwachte Röntgensatellit ROSAT wieder in die Erdatmosphäre eintreten und einige seiner Trümmer auf den Planeten stürzen sollen, um einen weiteren Tag reduziert.
Der Wiedereintritt und Absturz werden jetzt für den Zeitraum vom 21. bis 24. Oktober 2011 erwartet. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass dieses eigentlich gar nicht so bedeutende aber eben doch großes öffentliches Interesse hervorrufende Ereignis am kommenden Wochenende stattfinden wird.
Erläuterungen hinsichtlich des Ablaufs, der Gefahren & Risiken und mehr gibt uns Prof. Heiner Klinkrad, Leiter der Abteilung Weltraumrückstände bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, im Webcast (warum sagt man eigentlich nicht einfach "Video"?):
Die Zeitspanne für den wahrscheinlichen Wiedereintritt und Absturz des deutschen Satelliten ROSAT wurde um einen weiteren Tag reduziert, beginnt jetzt am 21. Oktober und endet am 25. Oktober 2011.
Der 21. Oktober ist genau heute (Freitag) in einer Woche; der 25. Oktober der darauffolgende Dienstag. Also kann man davon ausgehen, dass der Satellit am oder nicht lange vor oder nach dem kommenden Wochenende wieder in die Atmosphäre eintreten, zum Teil verglühen und dann in ein paar Einzelteile zerlegt auf die Erde fallen wird.
Wo genau, das kann weiterhin niemand sagen und das wird auch im letzten Moment niemand sagen können.
Es ist nicht unmöglich, dass Teile des Satelliten auf Deutschland treffen. Dementsprechend ist es auch nicht unmöglich, dass eine Person in Deutschland von einem der abstürzenden Teile getroffen wird. Aber die Wahrscheinlichkeit für letzteres ist so gering, dass man nach dem "Null Komma" erst einmal 5 weitere Nullen braucht. Und die erste Ziffer nach den 5 Nullen ist dann auch noch eine 1.
Ab sofort finden Sie bei uns oben in der rechten Menüleiste eine Grafik, die anzeigt, wo über der Erde, sprich ueber welchem Kontinent und ungefähr auch über welchem Land sich ROSAT gerade befindet.
"Zurzeit gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Röntgensatellit, der die Erde innerhalb von 90 Minuten umkreist, zwischen 20. und 25. Oktober 2011 wiedereintreten wird. Zurzeit kann der Termin nur mit einem Spielraum von plus/minus drei Tagen berechnet werden. Je näher der Termin rückt, desto besser kann das Zeitfenster des Wiedereintritts kalkuliert werden. Allerdings beträgt die Unsicherheit einen Tag vor dem Wiedereintritt immer noch plus/minus fünf Stunden. Weil die Bahn des Satelliten zwischen dem 53. nördlichen und südlichen Breitengrad verläuft, kann auch Deutschland von dem Wiedereintritt betroffen sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Rosat beim Wiedereintritt deutsches Territorium trifft, liegt etwa in einer Größenordnung von 1:580. Die Gefahr, dass jemand in Deutschland zu Schaden kommt, liegt etwa bei 1:700.000. Der größte Teil der Trümmer wird in der Nähe der Bodenspur des Satelliten abstürzen. Einzelne Trümmer können aber auch in einem 80 Kilometer breiten Korridor um die Bodenspur niedergehen."
Eines unserer Off Topic-Themen beziehungsweise Themen, mit denen wir uns beschäftigen, obwohl sie nicht unbedingt etwas mit Sturm und Hurrikan zu tun haben, ist der Wiedereintritt und folgende Absturz von Satelliten auf ihren Mutterplaneten Erde.
Entweder noch im Oktober oder innerhalb der ersten beiden Novemberwochen wird sich ROSAT nicht mehr in seiner Umlaufbahn halten können, so viel kann man mittlerweile sagen.
Und trotz noch so sorgfältiger Vorab-Aufklärung wird es aufregend werden. Das ist einfach unvermeidlich. Genauso unvermeidlich wie das Interesse am momentan stattfindenden Draconid-Meteoriten-Regen, den Sie in Europa zumindest bei Nacht, wenn auch mit dem Störfaktor Mond, beobachten können.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mittlerweile eine Website eingerichtet, die sich mit dem Wiedereintritt von ROSAT befasst: Wiedereintritt ROSAT
Sie können außerdem jederzeit sehen, wo genau über der Erde sich ROSAT gerade befindet: Heavens Above
Und wenn Sie generell an "X-Ray Astronomy" interessiert sind, werfen Sie ruhig einmal einen Blick auf die ROSAT gewidmete Seite des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik: ROSAT beim Max-Planck-Institut.