Die Windgeschwindigkeiten der Überbleibsel von IRENE und JOSE sind nicht mehr die eines Tropischen Sturmes.
IRENEs Reste wandern gerade über Ost-Quebec, Kanada.
Damit endet unsere Berichterstattung bezüglich dieser beiden Zyklone. Wir bedanken uns für Ihr Interesse.
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IRENE und JOSE sind keine Stürme mehr
Das Wort zum Montag, 29. August 2011
Nun ist es also passiert. Der erste Landfall eines Hurrikans über den USA seit 3 Jahren mit der außergewöhnlichen Zugabe, die Metropole New York besucht zu haben. Entlang der gesamten US-Ostküste herrscht das kontrollierte Chaos. Denn wenn ein Hurrikan erst einmal vorbeigezogen ist, dann ist die Angelegenheit damit noch lange nicht erledigt.
Zuerst einmal ist da die nach wie vor herrschende Gefahr. Teils lebensbedrohliche Gefahr. Viele Gebiete sind überflutet, Stromleitungen von zerstörten Masten schwimmen - energiegeladen oder nicht - im Wasser herum. Immer noch können Bäume umfallen, reißende Strömungen entstehen, Häuser einstürzen oder Erdrutsche stattfinden. Vergiftetes Wasser und verdorbene Lebensmittel in Kühlschraenken, die lange Zeit ohne Stromversorgung gewesen oder noch sind, stellen zwar vielleicht keine lebensbedrohliche Gefahr dar, aber auch gesundheitlich wollen wir doch möglichst keinen Schaden nehmen.
Und es sind Menschenleben zu beklagen.
Jeden einzelnen dieser Todesfälle sollte man sich etwas genauer ansehen. Nicht, um mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen und: "Ja, aber warum war er denn draußen, während der Sturm durchzog?" oder ähnliche Fragen zu stellen. Nein, diese Fragen werden sich die Angehörigen und Freunde der Opfer zur Genüge stellen. Der Rest von uns sollte vielleicht besser neben Anteilnahme einen Sensibilisierungseffekt suchen. Um es beim nächsten Mal noch besser zu machen.
Denn gut gemacht wurde eigentlich alles, was den einen Partner der Katastrophenvorsorge anbelangt, nämlich die Behörden. Es wurde extrem früh (aber keinesfalls ZU früh) begonnen zu warnen, zu informieren, zu canceln und zu evakuieren, wo es notwendig war. Und man mag von der technologischen oder der medialen Entwicklung unserer Zeit, von sozialen Netzwerken und anderem halten, was man mag - es steht außer Frage, dass diese Dinge eine unwahrscheinliche Unterstützung bei der Katastrophenvorsorge bieten.
All diese Maßnahmen von offizieller Seite können ein Menschenleben aber nicht schützen oder retten, solange einige Menschen sie ignorieren. Solange es Leute gibt, die bestimmte Anordnungen als übertrieben oder gar Hysterie ansehen, werden die Todesfälle nicht ausbleiben.
Und wir sprechen hier von den USA, aufgrund verschiedener Ursachen ganz besonders im Scheinwerferlicht. Sie wissen schon: die ganze Welt schaut hin, wenn in den USA eine Katastrophe vergleichsweise kleinen Ausmaßes stattfindet, aber wen interessiert schon wirklich, wenn in den uns unbekannteren Regionen fast jedes Jahr Zig-Tausende von Menschen ihr Hab und Gut oder sogar ihr Leben verlieren, weil sie materiell gesehen einfach gar nicht in der Lage sind, es zu schützen?
IRENE zieht derweil unberührt von all diesen Dingen weiter und wird in einigen Tagen - vielleicht früher - selbst ihr "Leben" aushauchen. Vielleicht hat sie uns ein wenig Demut gelehrt, wieder einmal. Der erneute Fingerzeig, dass wir, die wir uns selbst mit all unserem Wissen, all unserem Geld, all unseren Panzern und Bomben als ach so superior glauben, doch hilflos Dingen ausgeliefert sind, die vor uns da waren und nach uns da sein werden.
Ganz unphilosophisch wird IRENE jetzt über Kanada ziehen - es gibt noch keine Veränderungen an den Warnstufen an der US-Ostküste und sie ist weiterhin mit flotten 43 km/h und Winden von 85 km/h unterwegs - und es dann vielleicht sogar bis Grönland und Island schaffen.
Neben IRENE hat sich heute noch der Tropische Sturm JOSE gebildet, welcher mittlerweile an Bermuda vorbeigezogen ist, ohne dort nennenswerte Schäden hinterlassen zu haben (soweit bisher bekannt). Morgen wird er sich dann aller Voraussicht nach auflösen.
Thema Nummer 3 des Tages, der potenzielle Tropische Sturm KATIA nahe der Kapverdischen Inseln, wird immer weniger "potenziell" und immer mehr zu einer Realität. Die NOAA gibt in diesem Moment bereits eine Wahrscheinlichkeit von 100% an, dass dieses Tiefdruckgebiet innerhalb der kommenden 48 Stunden zu einem Tropischen Zyklon wird.
Was bedeutet, dass dieses "Wort zum Montag" eventuell nicht unser letztes Wort fuer heute bleiben wird.
Und damit wünschen wir Ihnen einen angenehmen Restsonntag oder einen sturmfreien Wochenbeginn, je nachdem, wo Sie sich gerade aufhalten.
Labels: 2011, August, Das Wort zum, Grönland, Hurrikansaison 2011, Irene, Island, Jose, Kanada, Katia, Tote Todesopfer, US-Ostküste Eastcoast, USA
Update Tropensturm JOSE vor Bermuda & Live-Webcams Bermuda
Der Tropische Sturm JOSE befindet sich jetzt noch etwa 125 Kilometer südwestlich von Bermuda und bewegt sich weiterhin mit 24 km/h nach Norden. Wenn es keine schwerwiegenden Änderungen bei Verlauf / Zugbahn und Geschwindigkeit gibt, wird das Zentrum des Sturms also in ungefähr 5 Stunden an den Bermudas vorbeiziehen.
Image: Tropischer Sturm JOSE am 28. August 2011 vormittags
Credit: NASA/NOAA-Goes-Projekt
Zwei Live-Webcams auf den Bermudas:
>>> Bermuda Weather Service Webcam
>>> Bermuda Shorts Webcam
Labels: 2011, aktuell, Atlantik, August, Bermudas, Hurrikansaison 2011, Jose, Live Beachcam, Live Surfcam, Live Webcam, Verlauf
Tropischer Sturm JOSE formt sich nahe Bermuda, Sturmwarnung auf den Bermudas
Image: Tropischer Sturm JOSE am 28. August 2011
Credit: NASA/NOAA-Goes-Projekt
Knapp 200 Kilometer süd-südwestlich von Bermuda hat sich nun ziemlich schnell der Tropische Sturm JOSE gebildet. Es werden Winde von 65 km/h gemessen, das Ganze bis etwa 85 km vom Zentrum des Sturms entfernt.
Wie JOSE im Vergleich zu IRENE aussieht, können wir auf dem folgenden Bild sehen:
Image: Tropischer Sturm JOSE und Hurrikan IRENE am 28. August 2011
Credit: NASA/NOAA-Goes-Projekt
JOSE bewegt sich mit 26 km/h nach Norden und wird sich voraussichtlich bereits morgen wieder auflösen. Auch wenn es anscheinend nicht direkt über Bermuda geht, wurde trotzdem "Sturmwarnung" auf der Inselgruppe aktiviert:
Image: Prognose Verlauf Tropischer Sturm JOSE vom 28. August 2011
Credit: NOAA
Tropisches Tief #10 im Atlantik nicht mehr existent
Das Tropische Tief #10 im Atlantik, welches zum Tropischen Sturm JOSE geworden wäre, hat sich aufgelöst. Es ist damit das erste Tropische Tief der Atlantischen Hurrkansaison 2011, das keine Sturmstärke erreicht hat.
Labels: 2011, aktuell, Atlantik, August, Hurrikansaison 2011, Jose, Tropische Depression
Was macht eigentlich JOSE?
Tja, den gibt es noch gar nicht.
Seit mehreren Tagen "eiert" das Tropische Tief Nummer 10 so durch den Ost-Atlantik, ohne sich entscheiden zu können, ob es nun zum Tropischen Sturm JOSE - dem elften Sturm der Atlantischen Hurrikansaison 2011 - werden soll oder nicht.
Image: Satellitenbild Tropisches Tief #10 vom 26. August 2011
Credit: NASA-NOAA-GOES-Projekt
Im Moment wird das nicht wirklich exakt lokalisierbare Zentrum des Systems 1000 km westlich der südlichsten Kapverdischen Inseln eingeordnet, verzeichnet Spitzenwindgeschwindigkeiten von 55 km/h und bewegt sich mit gemächlichen 15 km/h west-nordwestwärts.
Die Chancen stehen aber noch ganz gut, dass das Gebilde innerhalb der kommenden 24 - 48 Stunden zum Tropischen Sturm JOSE wird, was ihm ein einsames und unbeachtetes Dasein bescheren würde, da Schwester IRENE aufgrund ihrer Kraft, ihres Aufenthaltorts und ihres wahrscheinlichen Verlaufs alle Aufmerksamkeit für sich beansprucht.
Image: Vorhersage Verlauf Tropisches Tief #10 vom 26. August 2011
Credit: NOAA
Potentieller Tropischer Sturm JOSE südwestlich der Kapverdischen Inseln
Während der vergangenen anderthalb Tage hat ein Tiefdruckgebiet vor der westafrikanischen Küste mehr und mehr Form angenommen und mittlerweile - mehrere 100 Meilen südwestlich der Kapverdischen Inseln lokalisiert - gibt man ihm 60% Wahrscheinlichkeit, dass es innerhalb der kommenden 48 Stunden zu einem Tropischen Zyklon wird.
Image: Potentieller Tropischer Sturm JOSE am 24. August 2011
Credit: NASA-NOAA-GOES-Projekt
Zum Vergleich: In der diesjährigen Atlantischen Hurrikansaison gab es bisher nur ein einziges Tiefdruckgebiet, das nach Erreichen dieser Wahrscheinlichkeit NICHT zum Tropischen Sturm wurde.
Labels: 2011, aktuell, Atlantik, Hurrikansaison 2011, Jose



