Tropischer Sturm BANSI

Samstag, 10. Januar 2015


16. Januar 2015
Abend-Update


HQ-Foto
BANSI kurz vor
Ankunft Rodrigues
BANSI hat Rodrigues hinter sich gelassen und schrammt aktuell noch an der Kategorie 5.

Jetzt zieht der Zyklon weiter in Richtung SE - ESE und wird kein Festland mehr gefährden. Innerhalb der kommenden 72 Stunden sollte BANSI zu einem Tropischen Sturm abklingen.

Bis eine Zusammenfassung der exakten Schadensmeldungen vorliegt, werden noch ein paar Tage ins Land gehen.



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BANSIs Auge ist gerade knapp nördlich und nur knapp unter der Kategorie 5 an Rodrigues vorbeigezogen. Vom momentanen Tagesanbruch werden die Bewohner noch nicht allzu viel mitbekommen, aus Schwarz wird dunkles Grau.

Es wird noch ein paar Stunden dauern, bis das Schlimmste des direkten Impakts vorüber ist. Dann kommen die Folgegefahren. Klitzekleiner Lichtblick: Zumindest hat der Zyklon nun endlich Fahrt aufgenommen und ist mittlerweile mit etwas mehr als 20 km/h unterwegs.

Wenn Sie Angehörige oder Freunde vor Ort wissen, machen Sie sich bitte keine Sorgen (wir wissen, es ist unvermeidlich), falls Sie eventuell sogar tagelang keinen Kontakt herstellen können. Gehen Sie erst einmal davon aus, dass Strom, Telefon und Internet nicht zur Verfügung stehen. Vielleicht nicht einmal durch unterbrochene Leitungen verursacht, sondern durchaus auch als Vorsichtsmaßnahme (Gerade NACH dem Durchzug Tropischer Stürme sterben einfach noch viel zu viele Menschen u.a. durch Stromschlag. Extremniederschlag verursacht Ueberschwemmungen - Wind verursacht umfallende bzw. abknickende Strommasten - nicht abgeschaltete Stromleitung fällt und angesammeltes Wasser - den Rest können Sie sich vorstellen.)

siehe auch: Info für Angehörige und Freunde

Bleiben Sie (vor Ort) bitte vorsichtig!
Auch wenn am Samstag die Sonne wieder strahlen wird.
Bis  BANSI sich mehrere hundert Kilometer entfernt befindet, bleibt das Meer (Strömungen) die größte Gefahr.
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15. Januar 2015
Update
BANSI hat ein so genanntes Eye Replacement vorgenommen und als Folge wird befindet sich das Auge jetzt etwas NE der Trackprognose und das Zentrum wird knapp NW an Rodrigues vorbeiziehen. Inzwischen geht man davon aus, dass die Kategorie 5 nicht mehr erreicht wird.
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HQ-Satellitenfoto BANSI
15. Januar 2015
Wie prognostiziert hat sich BANSI erholt und entspricht jetzt wieder einem Hurrikan der Kategorie 4 und es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Kategorie 5 erreicht wird. (Achtung! Das in diesem Moment öffentliche Bulletin der Meteo France ist veraltet, falls Sie sich dort informieren.)

Die Zugbahn wird den Kern des Zyklons exakt nach Rodrigues bringen.
Zumindest ein wenig Fahrt hat BANSI jetzt aufgnommen (etwas mehr als 10 km/h), aber viel schneller wird der Wirbelsturm Rodrigues wohl nicht überqueren.

Schlimmer hätte es für die kleine Insel also kaum kommen können.

Die Ankunft des Zyklons auf Rodrigues steht bereits unmittelbar bevor, der Kern wird die Insel innerhalb der kommenden 24 bis 48 Stunden erreichen. Sturmwarnung Klasse III ist aktiviert.

BANSI von der ISS aus gesehen
Credit: Samantha Cristoforetti


14. Januar 2015

In den vergangenen 12 Stunden hat BANSI an Intensität verloren und entspricht jetzt einem Hurrikan der Kategorie 2. Es ist aber davon auszugehen, dass dies nur ein vorübergehender Zustand ist und dass sich der der Zyklon noch einmal erholt.

Was schlechte Nachrichten für Rodrigues bedeutet, denn die Trackprognosen bringen BANSI mittlerweile sehr nah an die Insel. Der breite Warnkegel war sehr berechtigt. Wenn ein Wirbelsturm über einen längeren Zeitraum praktisch parkt, ergeben sich fast zwangsläufig Korrekturen der Zugbahn.

Im Moment sieht es danach aus, als würde der Kern BANSIs einem Hurrikan der Kategorie 4 entsprechend sehr nah an Rodrigues vorbeiziehen. Es ist durchaus auch ein Landfall drin. Ein solcher in der Kategorie 4 hätte katastrophale Folgen, daran darf kein Zweifel bestehen.

13. Januar 2015
HQ-Satellitenfoto
BANSI 23. Januar
2015 (Kat. 4)

BANSI befindet sich inzwischen NE von Mauritius, noch immer einem Hurrikan der Kategorie 4 entsprechend. Entgegen den Erwartungen hat sich der Zyklon in den vergangenen Stunden ein wenig in Richtung NORD-Ost bewegt, was bedeutet weg von Mauritius. Das ist erfreulich, denn wenn Sie einmal auf das Bild rechts klicken, gelangen Sie zu einem HQ-Foto von heute Morgen und wenn Sie da ein wenig scrollen und Mauritius suchen, erkennen Sie, wie nahe das Zentrum des Sturms ist. Knappe Sache.

Viel näher als in diesem Moment wird BANSI Mauritius aber nicht mehr kommen, dass kann man mittlerweile als sehr sicher ansehen. Ob es noch für die Kategorie 5 reicht? Die US-Institute glauben dran, obwohl der Kerndruck etwas gestiegen ist.

Vor Ort bleiben Sie bitte weiterhin vom Meer weg.

Und: Ab sofort rückt Rodrigues mehr ins Visier des Zyklons als Mauritius.

12. Januar 2015
Nacht-Update
In Fast-Parkstellung hat BANSI weiterhin ordentlich zugelegt und wird jetzt der Kategorie 4 (Saffir-Simpson) zugeordnet. Die max. anhaltenden Windgeschwindigkeiten nahe des Kerns übertreffen jetzt deutlich die 200 km/h, der min. Kerndruck ist auf 935 mBar gefallen.

Und es kommt wohl noch schlimmer. Ziemlich einhellig sehen  die Forecaster den Wirbelsturm in Kürze in der Kategorie 5, der hoechsten Stufe, der ein Zyklon zugeordnet werden kann. Auf dem für morgen erwarteten Höhepunkt sind Spitzenwindgeschwindigkeiten (nicht anhaltend) von mehr als 300 km/h zu  erwarten. Und da zählt dann wirklich jeder Kilometer, den der Kern von Mauritius und Rodrigues wegbleiben wird.

Aktuell befindet sich der Kern etwas weniger als 300 km fast exakt nördlich von Mauritius bei Kurs SSE. Näher als 200 km sollte der Kern der Insel eigentlich nicht kommen. Stellenweise sind wahrscheinlich ein paar Sturmwinde drin, Hurrikanwinde auf Mauritius hingegen sind sehr unwahrscheinlich.

 Trotzdem ist Vorsicht geboten. Im Zentrum des Sturms erreichen die höchsten Wellen jetzt bereits 10 Meter, an der Nordküste von Mauritius 4 m.

(Etwa sechsstündlich aktualisierte Info: Bulletin Met Service Mautius)
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 In den vergangenen 12 Stunden hat BANSI konstant und stark weiter zugelegt und entspricht mittlerweile einem Hurrikan der Kategorie 3 bei produzierten knappen 200 km/h max. anhaltenden Winden. Der min. Kerndruck ist auf 945 mBar gefallen. Sturmwinde werden bis zu 170 km und Hurrikanwinde bis zu 60km vom Kern festgestellt.
HQ-Satellitenfoto
BANSI
12. Januar 2015


Der Kern wird auf der Position 17,5S 56,6E lokalisiert (etwa 300 km N von La Reunion), während der Zyklon bei einer Zuggeschwindigkeit von ca. 12 km/h Kurs SSE eingeschlagen hat.

Inzwischen haben sich die Trackprognosen der US-Institute und der Meteo France einander angepasst. BANSI sollte wie erwartet zwischen Mauritius und Rodrigues hindurchziehen, dabei minimal näher an Rodrigues als an Mauritius. Ein Landfall auf einer der Inseln wird immer unwahrscheinlicher.

Noch gehen die offiziellen Forecaster von einer weiteren Intensivierung (Kat 4) aus, wobei anzumerken ist, dass die aktuellen GFS-Modelle diese Annahme nicht mehr unterstützen.

Die größte Gefahr auf den Inseln wird voraussichtlich im Meer liegen. Starke Wirbelstürme erzeugen unglaublich starke Strömungen; auch an Stellen, wo man keine solchen erwartet. Sollten Sie vor Ort sein, gehen Sie während der kommenden Tage besser nicht ins Wasser.

Die bisher aktivierten Warnungen der Meteo France für Mauritius warnen dem entsprechend nicht vor Wind, Regen oder Gewitter, sondern ausschließlich vor Wellen. Im Bereich des Kerns wird eine Höhe selbiger von bis zu 8 Metern festgestellt.
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11. Januar 2015
Nacht-Update
BANSI entwickelt sich rasanter als vorhergesehen und entspricht inzwischen bereits einem Hurrikan der Kategorie 1. Gleichzeitig sehen die Intensitätsprognosen wieder aggressiver aus und lassen innerhalb der kommenden 48 Stunden ein Erreichen der Kategorie 4 erwarten. Dies in Verbindung mit der wahrscheinlichen Dimension des Zyklons macht während der nächsten 3 bis 4 Tage einen stärkeren Impakt auf vor allem Mauritius wahrscheinlich.

Ein Landfall auf einer der Inseln wird voraussichtlich nicht eintreten, aber bei einem Zyklon der Kategorie 3 oder höher ist auch bei "nur" Vorbeizug Vorsicht geboten. Für den Fall der Fälle empfehlen wir unseren Lesern vor Ort, sich ein wenig mit unseren Hinweisen zum Verhalten bei einem Tropensturm zu befassen.

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Abend-Update
BANSI ist mittlerweile offiziell. Numerisch-chronologisch wird der Wirbelsturm als Tropischer Zyklon 5S geführt.

Die Intensitätsprognosen sehen momentan weniger aggressiv aus, laut aktuellem Stand sollte BANSI kaum über die Kategorie 1 der Saffir-Simpson-Skala hinauskommen.

Die US-Institute sehen die Zugbahn nach wie vor mitten zwischen Mauritius und Rodrigues hindurch verlaufen, die offiziell zuständige Meteo France auf La Reunion glaubt an einen Track etwas weiter östlich, sprich näher an Rodrigues als an Mauritius.


Tropischer Sturm Bansi bei Mauritius Satellitenbild 11. Januar 2015
Satellitenbild BANSI
11. Januar 2015 abends
Credit: CIMSS
Im Satellitenbild erkennen wir einen starken outflow nach SE und somit eine bereits jetzt spürbare Konvektion ueber Mauritius und auch La Reunion; Rodrigues bekommt auch schon etwas ab. Besonders heftig sieht das nicht aus, dürfte sich aber als wechselhaftes Wetter auf den Inseln manifestieren. Stellenweise und wiederkehrende moderate Niederschläge und ab und an etwas mehr Wind.

Voraussichtlich wird es in den kommenden Tagen so weitergehen, allerdings mit einer ständigen Steigerung der Intensität. Noch nichts, was Sturmwarnung rechtfertigen würde, aber bleiben Sie bitte aufmerksam. Noch ist die Prognose nicht als sicher anzusehen.
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Der erste im Jahr 2015 entstehende Tropische Sturm wird voraussichtlich im SW-Indik zu Hause sein und den Namen BANSI tragen. 

Tropensturmtechnisch betrachtet ist Saison auf der Südhalbkugel unseres Planeten (was in erster Linie mit den Wassertemperaturen zu tun hat). Was Sie im Moment unter Anderem auch in Deutschland erleben (ELON, FELIX) kommt zwar vom Atlantik, ist aber nicht tropisch. Im Nordpazifik sind tropische Entwicklungen aktuell zwar nicht unmöglich, intensive Szenarios aber doch eher unwahrscheinlich.

Von Australien nach Westen über Mauritius und La Reunion bis Madagaskar werden wir in den kommenden Wochen vermehrt zu berichten haben. Östlich von Australien gelegene Südseeinseln inklusive.

Tropischer Sturm Bansi Mauritius Satellitenbild
Satellitenbild System 92S
11. Januar 2015
Credit: CIMSS
Nördlich von La Reunion und östlich von Nord-Madagaskar (16,0S 54,7E) lokalisiert hat das System 92S aktuell sehr gute Chancen, in Kürze zu einem Tropischen Sturm zu werden. Nicht nur das, es ist von einem Hurrikan äquivalent auszugehen, wahrscheinlich sogar einem Major Hurricane.

Von dem einen oder anderen zu schlagenden Haken abgesehen sollte sich 92S generell in Richtung SE bewegen, die aktuellen Modelle bringen den Kern etwa mittig zwischen Rodrigues und Mauritius hindurch. Da BANSI in seinen Dimensionen ziemlich sicher ein recht gewaltiges Unternehmen darstellen wird, ist ein Einfluss auf das Mauritius-Wetter der geringste zu erwartende Impakt. Beginnen könnte dies - in sehr sanfter Form - ab kommendem Mittwoch.
Zwischen Donnerstag und Samstag sollte der TS Mauritius am nächsten kommen. Wie nah, das ist noch unklar.

Im Moment gibt es keinen Grund zur Sorge; laut den aktuellen Prognosen ist mit kaum mehr als etwas Wind und Regen zu rechnen - letzterer ja oft sogar mehr als willkommen. Allerdings besteht in diesem Moment noch die Möglichkeit, dass es nicht ganz so glimpflich ablaufen wird - zu unsicher ist die momentane Vorhersage (kleinste Veränderungen eines einzigen Faktors können recht ordentliche Konsequenzen für die Gesamtentwicklung produzieren). 
BANSI wird voraussichtlich kein Persilsturm.

Fazit: 92S wird zu BANSI und wahrscheinlich ein starker Wirbelsturm werden. Der Impakt auf Mauritius und Rodrigues ist noch nicht abzusehen, aber es KÖNNTE unangenehm werden. Bitte verfolgen Sie die Entwicklung, wenn Sie vor Ort sind.

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